Aktienmarkt

Europas Börsen nach Europawahl im Minus, Paris besonders unter Druck

An der Pariser Börse litten Bankwerte am stärksten unter den den angekündigten Neuwahlen. So waren die Aktien von Societe Generale und BNP Paribas mit Verlusten von 5,7 bzw. 4,7 Prozent die größten Verlierer im CAC-40. 
An der Pariser Börse litten Bankwerte am stärksten unter den den angekündigten Neuwahlen. So waren die Aktien von Societe Generale und BNP Paribas mit Verlusten von 5,7 bzw. 4,7 Prozent die größten Verlierer im CAC-40. Apaydin A/Andia.fr via www.imago-images.de
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Der Rechtsruck bei der EU-Wahl bringt laut Analysten Unsicherheit. Der Französischer Aktienindex CAC-40 verliert nach Ankündigung einer Neuwahl des
französischen Parlaments 1,6 Prozent.

Europas Börsen sind am Montag nach der Europawahl mit Verlusten gestartet. Belastet wurden die Märkte Analysten zufolge vom guten Abschneiden extrem rechter Parteien in mehreren Ländern. „Der Rechtsruck in Europa bringt politische Unsicherheit zurück auf das Börsenparkett“, sagte der Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Besonders stark nach unten ging es in Paris, dort lastete die Unsicherheit nach der angekündigten Neuwahl des französischen Parlaments auf der Börsenstimmung. Der französische Aktienindex CAC-40 verlor am Vormittag 1,57 Prozent auf 7.876,23 Punkte.

An anderen Börsen fielen die Abgaben etwas moderater aus. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 1,08 Prozent auf 4.996,81 Punkte. Der deutsche DAX verlor 0,68 Prozent auf 18.431,87 Zähler. Auch in Wien ging es nach unten. Der ATX fiel um 0,69 Prozent auf 3.633,57 Punkte. Der britische FTSE ermäßigte sich um 0,23 Prozent auf 8.226,13 Punkte.

Macrons Partei geschwächt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wagt nach der krachenden Niederlage seines Mitte-Lagers bei der Europawahl die Flucht nach vorn. Noch vor Beginn der Olympischen Spiele im Land sollen die Französinnen und Franzosen in zwei Wahlgängen am 30. Juni und am 7. Juli über die Zusammensetzung der Nationalversammlung entscheiden.

Macron hofft wohl mit der Neuwahl, seine Mehrheit in der Parlamentskammer auszubauen, schrieb der JPMorgan-Experte Raphael Brun-Aguerre am Montag in der Früh. „Doch diese Mehrheit zu erreichen, dürfte nicht einfach werden, denn Macrons Partei wirkt geschwächt“, so der Analyst.

An der Pariser Börse litten Bankwerte am stärksten unter den damit verbundenen Unsicherheiten. So waren die Aktien von Societe Generale und BNP Paribas mit Verlusten von 5,7 bzw. 4,7 Prozent die größten Verlierer im CAC-40. Unter den größeren Verlierern fanden sich auch die Titel des Baukonzerns Vinci und des Energiekonzerns Engie mit Abgaben von um die 4 Prozent.

Wahlausgang drückte die Stimmung

Aber auch an anderen Börsen drückte das starke Abschneiden rechter und rechtsextremer Parteien bei der Europawahl Analysten zufolge auf die Stimmung. Der Wahlausgang war nicht nur für die französische Regierung, sondern auch für die deutsche Ampelkoalition eine bittere Pille, kommentierte Analyst Christian Henke vom Broker IG.

Im deutschen DAX zählten die Autohersteller Porsche (minus 3,6 Prozent) und Volkswagen (minus 1,6 Prozent) zu den stärksten Verlierern. Schwach zeigten sich auch die Aktien von Unternehmen aus der Energiebranche. Im DAX büßten die Titel des Stromversorgers RWE 2,1 Prozent ein. Abseits des DAX fielen die Titel des Windkraft-Anlagenbauers Nordex um 3,7 Prozent. Aktien von SMA Solar fielen um 2,5 Prozent.

Aktien des Energiesektors litten besonders unter der politischen Unsicherheit, denn in Deutschland sorgte das schlechte Abschneiden der Ampel-Koalition für Aufsehen. Die Grünen als Förderer der deutschen Energiewende haben bei der Europawahl am Sonntag deutlich Federn lassen müssen.

Im britischen FTSE gab es am Montag nur wenig Bewegung. Viele Anleger dürften die im Wochenverlauf anstehenden britischen Konjunkturdaten abwarten, hieß es. (APA/dpa-AFX)

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