Gameshow über Desinformation

In „Fake Train“ bekommen Influencer Fake-News-Training: „Das ist so rechtsradikaler Shit!“

Der YouTuber Rezo, in Sachen Medienkritik nicht unbedarft, führt durch „Fake Train“.
Der YouTuber Rezo, in Sachen Medienkritik nicht unbedarft, führt durch „Fake Train“.I&u TV Produktion
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Fakt oder Fake? Wie vermittelt man jungen Leuten Medienkompetenz? Die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung versucht es mit „Fake Train“, einer knalligen Gameshow mit Influencern. Die zeigen darin selbst Lernbedarf.

Es ist ein wunderliches Schauspiel, das sich in diesem Zugwaggon abspielt: Ein Fahrgast trägt eine Elon-Musk-Maske, ein anderer ein Taferl mit dem Schriftzug der „Tagesschau“, wieder ein anderer die Logos politischer Parteien. Dazwischen „sitzen“ Tageszeitungen, Kim Kardashian und allerlei Screenshots – und mittendrin wuseln zwei deutsche Influencerinnen herum, die diesen Fahrgästen hektisch Hüte aufsetzen. Ihre Aufgabe: Unter all den Onlinequellen, die hier repräsentiert sind, die seriösen zu identifizieren.

„Ich kenn‘ ,Deutschlandfunk’ nicht, hört sich aber verlässlich an“, spekuliert Naomi Jon, die unter dem Namen „mother broccoli“ 1,1 Millionen Instagram-Follower hat und auf TikTok das Vierfache davon, und setzt dem öffentlich-rechtlichen Sender ein Hüterl auf. Auch „Sputnik“ bekommt eines: „Ist doch gut!“, meint sie. Spielleiter Rezo muss sie korrigieren: „Das ist so russische Propaganda.“ Und über das Magazin „Compact“, das der Bundesverfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft, sagt er: „Das ist so rechtsradikaler Shit.“

Das hektische Hütchenspiel ist Teil einer neuen Gameshow für Jugendliche, die ein pädagogisches Konzept verfolgt: die Generation TikTok für Desinformationen im Netz zu sensibilisieren. Und das mit den erzählerischen Mitteln, die den Jungen vertraut sind. „Fake Train“ heißt das Format, das vom YouTuber Rezo moderiert wird. Dahinter steckt die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung, auf deren Webseite die Sendung seit einigen Tagen ebenso abrufbar ist wie auf dem Gratis-Streamingdienst Amazon Freevee. Die mitspielenden Gäste dürften der Zielgruppe aus diversen Apps vertraut sein. Wenn es darum geht, seriöse Quellen von Propaganda oder Fakten von Meinung zu unterscheiden, zeigen sie selbst noch Lernbedarf. Die mitgelieferte Botschaft: Glaubt euren Influencern nicht alles!

„Das war ja so fake!“

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