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Florian Asamer zur Wahl: „Das Ergebnis der ÖVP ist verheerend, die SPÖ hat mehrere Probleme“

Blauer Erfolg. EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky und FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl am Sonntag, 09. Juni 2024, auf dem Weg zur Wahlparty der FPÖ in Wien.
Blauer Erfolg. EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky und FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl am Sonntag, 09. Juni 2024, auf dem Weg zur Wahlparty der FPÖ in Wien.Reuters / Elisabeth Mandl
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Der „Presse“-Chefredakteur analysiert das Ergebnis der Europawahl und spricht über den Erfolg der FPÖ, den man nicht schmälern sollte und zieht Schlüsse für die Nationalratswahl im Herbst.

„Um es klar zu machen, die Positionen, die die FPÖ vertreten hat in diesem Wahlkampf, machen ihr Abschneiden zu keiner schönen Geschichte.“ So bringt es Florian Asamer, der Chefredakteur der „Presse“ im Podcast auf den Punkt. Dennoch betont er: „Dieser erste Platz ist für die FPÖ ein Meilenstein, da soll man nichts schmälern.“ Trotzdem sei durch diese Wahl klar geworden, dass das Potenzial der Partei eben nur bei 25 Prozent liegt und nicht mehr.

Amüsant ist für ihn, wie sich bei dieser Wahl jede Partei über ihr Ergebnis freut, egal wie schlecht es objektiv gesehen ist: „Die FPÖ feiert ihren ersten Platz, die ÖVP den geringen Abstand zur FPÖ und Platz 2; die Grünen sind froh, dass die Schilling-Sache nicht so schlimm war wie geglaubt, die Neos sind das erste Mal zweistellig. Nur die SPÖ lass ich jetzt aus, da fällt mir nicht so viel ein.“ Was sich mit Blick auf den Herbst jedenfalls zeige, dass Zweierkoalitionen immer schwerer werden. ÖVP und SPÖ haben erstmals keine Mandatsmehrheit bei einer bundesweiten Listenwahl.

Zur ÖVP sagt er: „Das Ergebnis ist verheerend, da gibt es nichts herumzureden. Aber Richtung Herbst hat die ÖVP jetzt die Luft aus dem Luftballon draußen, sie hat sich einen Teil ihrer Niederlage von Minus 8 Prozent abgeholt. Aber mit Platz zwei haben sie sich eine Ausgangsposition geschaffen, bei der sie das Gefühl haben, sie können darum kämpfen, die Kanzlerschaft zu erhalten.“

Die Ausgangsposition der SPÖ Richtung Wahl ist für Florian Asamer nicht sehr erfolgsversprechend. „Die SPÖ hat gleich mehrere Probleme.“ Sie werde mit der Bierpartei und der KPÖ mehr Konkurrenz im Herbst bekommen, aus dem Schilling-Debakel habe sie kaum Kapital geschlagen, Bablers Anspruch auf Platz eins zu kommen, lasse sich aus den Zahlen nicht ableiten. Die komplette Analyse hören Sie hier im Podcast.

Gast: Florian Asamer, „Presse“-Chefredakteur
Host: Anna Wallner
Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger

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