Schweiz

Schweizer Gewerkschaft geht nach Belästigungsfällen gegen Rolex vor

Die Schweizer Gewerkschaft Unia hat nach eigenen Angaben Kenntnis von verschiedenen Belästigungsfällen beim Luxusuhrenhersteller Rolex. 
Die Schweizer Gewerkschaft Unia hat nach eigenen Angaben Kenntnis von verschiedenen Belästigungsfällen beim Luxusuhrenhersteller Rolex. Reuters / Claudia Greco
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Weil der Luxusuhrenhersteller Opfer dieser Belästigungen laut der Gewerkschaft Unia unrechtmäßig entlassen habe, will diese nun vor das Arbeitsgericht ziehen.

Die Schweizer Gewerkschaft Unia hat nach eigenen Angaben Kenntnis von verschiedenen Belästigungsfällen beim Luxusuhrenhersteller Rolex. Weil Rolex Opfer dieser Belästigungen laut Unia unrechtmäßig entlassen habe, will die Gewerkschaft nun vor das Arbeitsgericht ziehen. Unia berichtete in einer Mitteilung vom Montag von „Dutzenden“ Fällen von Belästigung unter den Angestellten am Hauptsitz von Rolex in Genf.

„Seit Jahren werden der Gewerkschaft Fälle von wiederholter Belästigung in der Abteilung des weltweiten Servicegeschäfts von Rolex in Genf gemeldet“, erklärte Gewerkschaftssekretär Alejo Patiño am Montag vor den Medien. Unia habe etwa 50 Zeugenaussagen erhalten.

Gewerkschaft bei Rolex „auf Blockaden“ gestoßen

Die Gewerkschaft habe versucht, mit Rolex Lösungen zu finden, sei aber „auf Blockaden“ gestoßen, hieß es. „Zunächst haben sie alles komplett abgestritten“, sagte Patiño. Später habe Rolex dann einer internen Untersuchung und danach einer externen Prüfung zugestimmt. Diese Untersuchungen hätten jedoch nicht dazu geführt, dass die von den Beschäftigten geforderten Maßnahmen umgesetzt wurden.

Rund 15 Beschäftigte hätten die Situation daraufhin beim kantonalen Amt für Arbeitsinspektion (Office cantonal genevois de l'inspection et des relations du travail, OCIRT) angezeigt. Das OCIRT stellte daraufhin einen Antrag auf Einhaltung der Vorschriften.

Am Hauptsitz von Unia in Bern berichteten Mitarbeitende am Montag gegenüber den Medien von einem Vorgesetzten, der sie jahrelang schikaniert und ein toxisches Klima verbreitet habe. Das Unternehmen habe davon gewusst, diesen Angestellten aber geschützt. Ein ehemaliger Mitarbeiter berichtete auch, ihm sei gekündigt worden, nachdem er sich gegen die Schikanen gewehrt habe.

Klage wegen „missbräuchlicher Entlassung“

Weil Mitarbeitenden, die gegen den Manager hätten vorgehen wollen, gekündigt worden sei, werde die Gewerkschaft bis Ende des Monats beim Arbeitsgericht eine Klage wegen „missbräuchlicher Entlassung“ einreichen.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP gab Rolex an, der Konzern habe „sofort die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um der Situation ein Ende zu setzen“, nachdem er in einer seiner Abteilungen „Funktionsstörungen“ festgestellt habe. „Die ergriffenen Maßnahmen führten zu einer vollständigen Neuorganisation der betroffenen Abteilung“, sagte eine Sprecherin.

Rolex habe „gemäß seinen strengen Regeln gerechtfertigte Entlassungen vorgenommen und die OCIRT darüber informiert“, fügte sie hinzu. Man arbeite derzeit aktiv mit der OCIRT an Präventionsmaßnahmen und setze alles daran, solche Situationen künftig zu vermeiden. (APA/sda)

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