Mobilität

Zum Aufladen vom E-Auto in den Supermarkt

Parkplätze bei Handelszentren bieten die ideale Fläche für Schnellladestationen.
Parkplätze bei Handelszentren bieten die ideale Fläche für Schnellladestationen.Imago/Jochen Eckel
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Die Infrastruktur für Ladestationen für E-Autos wächst rasant. Doch es gibt noch viel zu tun. Handelsparkplätze sollen dabei künftig eine wichtigere Rolle spielen.

Die Debatte um den präferierten Antrieb der Zukunft wird hierzulande erstaunlich emotional geführt. Dass Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) jüngst zum wiederholten Male zur Rettung des Verbrenners ausgeritten ist, wird aber wohl nichts daran ändern, dass sich die E-Mobilität über kurz oder lang durchsetzen wird – unabhängig von politischen Verboten. In Sachen Energieeffizienz hat sich der Elektroantrieb für den Individualverkehr als vielversprechendste Option erwiesen, weshalb auch die globale Autoindustrie hier klar ihren Fokus setzt.

Dennoch sind damit freilich nicht alle Herausforderungen der Elektromobilität ausgeräumt – vom Abbau seltener Rohstoffe bis hin zur aktuell noch ausbaubedürftigen Ladeinfrastruktur. Bei Letzterer sei Österreich aber auf einem guten Weg, bescheinigen Experten. „Österreich hat eines der am besten ausgebauten Ladenetze in ganz Europa“, sagte Hauke Hinrichs, CEO des Elektromobilitätsanbieters Smatrics, bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Ausbau um das „Drei- bis Vierfache“ nötig

Laut E-Control gibt es mit Ende des ersten Quartals österreichweit rund 17.000 Ladepunkte mit einer Ladeleistung von weniger als 50 Kilowatt (kW). Ein Großteil der Ladevorgänge passiert heute an diesen vergleichsweise langsamen Säulen, etwa auf Unternehmensparkplätzen. Dazu kommen 3660 Schnellladestellen (über 50kW).

Obwohl die Zahl der Neuzulassungen – einerseits wegen der politisch geschürten Verunsicherung, andererseits wegen ausgelaufener Förderungen für Unternehmensflotten – zuletzt rückläufig war, gehen die Prognosen bis 2030 von bis zu 1,2 Millionen E-Autos auf dem heimischen Markt aus, was rund 30 Prozent der Gesamtflotte entspräche. Dafür muss die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden – „um das Drei- bis Vierfache der heutigen Ladestellen“, so Hinrichs. Bis zu 30.000 Euro pro Schnellladepunkt (Errichtungs- und Anschlusskosten betragen rund 100.000 Euro) werden derzeit vom Verkehrs- und Klimaschutzministerium gefördert.

Mehr als 300 Ladestationen bei Rewe-Parkplätzen

Im ganzen Land sprießen seit Jahren Ladestationen aus dem Asphalt. Immer öfter auch auf Handelsparkplätzen. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Vorgaben dazu aber teilweise stark. „Diese haben in manchen Ländern keinen Sinn“, sagt Stefan Pany, Technischer Direktor bei Rewe. Teilweise sehen die gesetzlichen Regelungen vor, dass Handelsunternehmen eine Mindestzahl von Ladestellen pro Parkfläche bereitstellen müssen, tatsächlich gehe es aber um die Ladegeschwindigkeit und entsprechende Leistung der Ladepunkte. Für die Zeit eines kurzen Einkaufs brauche es Schnelllader mit einer Leistung von 50 kW oder mehr.

374 der 2500 Rewe-Standorte sind heute bereits mit E-Ladestationen ausgestattet – im Schnitt werden dort täglich rund 10.000 kWh pro Tag verladen, doppelt so viel wie vor einem Jahr. Bis 2027 will der Lebensmittelhändler Ladestationen an mehr als 600 Standorten anbieten.

Während Supermärkten und Einkaufszentren mit ihren weitläufigen Parkplätzen künftig eine wichtigere Rolle bei der E-Ladeinfrastruktur zukommen wird, wird die Bedeutung klassischer Tankstellen eher zurückgehen. „Es wird künftig aber nicht weniger Tankstellen geben“, sagt Matthias Damberger von Orlen Austria (Turmöl). Für die Ladung von E-Autos werde man aber einige Standortkonzepte anpassen müssen, weil dort der dafür nötige Platz fehlt.

(fre)

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