Prozess

Tödliches Zugunglück in Münchendorf: Fünf Monate Haft für Lokführer

Zwei Waggons stürzten um.
Zwei Waggons stürzten um.APA / ÖAMTC
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Statt der erlaubten 60 war der Triebwagenführer mit 145 km/h unterwegs. Der Zug entgleiste, ein junger Mann starb, mehrer Passagiere wurden verletzt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Nach einem Zugunglück mit einem Toten und mehreren Verletzten in Münchendorf (Bezirk Mödling) hat ein Triebwagenführer am Dienstag im zweiten Rechtsgang fünf Monate bedingte Haft erhalten. Damit fiel die Strafe um einen Monat geringer als ursprünglich aus. Verurteilt wurde er wegen fahrlässiger Gemeingefährdung. Der Zug war im Mai 2022 mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen und entgleist. Das Urteil ist nach Angaben des Landesgerichts Wiener Neustadt nicht rechtskräftig.

Der Zug der Raaberbahn war mit 145 statt der vorgeschriebenen höchstens 60 km/h durch eine Weiche gerast und entgleist. Einer der sechs Wagen der Doppelgarnitur stürzte in ein Feld. Einer blieb seitlich auf der Böschung neben der Zugstrecke liegen. Die übrigen vier Wagen sprangen aus den Gleisen. Ein 25-jähriger Mann starb, zwei Personen erlitten schwere und mehrere Fahrgäste leichte Verletzungen.

Fehler beim Lichtsignal?

Der selbst bei dem Unfall schwer verletzte Angeklagte hatte sich vor Gericht nicht schuldig bekannt. Er hatte im Jänner 2023 sechs Monate bedingt erhalten. Ein zweiter Rechtsgang wurde nötig, weil laut Oberlandesgericht Wien einigen technischen Feststellungen und Fragen nicht nachgegangen worden war. Am Dienstag wurden noch Zeugen befragt, sie schlossen einen Fehler beim Lichtsignal aus. Weil es keinen Anhaltspunkt dafür gab, dass die Signalanlage nicht einwandfrei funktioniert hätte, wurde der Triebwagenführer schuldig gesprochen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung gaben keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig. (APA)

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