Quergeschrieben

Für Klimaschutz haben die Europäer derzeit keinen Nerv

Grüne Parteien sind die großen Verlierer der EU-Wahl. Mit den Details der ­Weltrettung wollen die Bürger offenbar nicht mehr behelligt werden.

War das jetzt der große Rechtsruck im Europaparlament? Oder haben die Rechtspopulisten und -extremen letztlich doch ein wenig schlechter abgeschnitten, als viele Experten befürchtet hatten? Die Interpretation der jüngsten Wahlergebnisse ist, wie eigentlich alles in der EU, eine wahnsinnig komplizierte Angelegenheit. Bis endlich feststeht, wer in welcher Fraktion unterkommen und damit mehr oder weniger Gewicht haben wird, lassen sich keine verbindlichen Aussagen treffen. Nicht einmal im an sich übersichtlichen Österreich vermochte der Wahlsonntag sämtliche Fragen zu beantworten. Die FPÖ hat gewonnen, so viel steht fest. Allerdings ist der Sieg so knapp ausgefallen, dass die zweitplatzierte ÖVP ihn als ersten Schritt auf dem Weg zu einer blauen Niederlage bei der Nationalratswahl betrachten möchte. Und insgesamt feiern gerade alle Parteien ihr erstaunlich gutes oder überraschend doch nicht katastrophales Ergebnis. Dem Souverän scheint da ein Kunststück gelungen zu sein.

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Vor lauter Fixierung auf den vermeintlichen oder tatsächlichen Rechtsruck in Europa ging ein wenig unter, wer der große Verlierer dieser EU-Wahl ist: Es sind die Grünen. Sie hatten im Europaparlament bisher 71 Sitze und dürften in Zukunft nur noch 52 haben. Das kann man ohne Übertreibung als Desaster bezeichnen. Eines dieser verlorenen Mandate haben Österreichs Grüne zu verantworten – die mit ihrem Ergebnis von rund elf Prozent nach den Querelen um Spitzenkandidatin Lena Schilling aber noch hoch zufrieden sein dürfen. Das wissen sie auch, wie die Bilder der ausgelassenen (und phasenweise etwas peinlichen) Wahlparty zeigen.

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