Leichtathletik

Hudson, Weißhaidinger und ihr Coach: Österreich, das Land der Werfer

Gregor Högler, Victoria Hudson und Lukas Weisshaidinger (v.l.).
Gregor Högler, Victoria Hudson und Lukas Weisshaidinger (v.l.).GEPA pictures / Armin Rauthner
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Speerwerferin Victoria Hudson schreibt mit Gold bei der Leichtathletik-EM Sportgeschichte. Trainer-Mastermind Gregor Högler tüftelt nun am Olympia-Coup. Auch an jenem von Diskus-Ass Lukas Weißhaidinger.

Zwei Athleten, zwei Medaillen, ein Trainer: diese Leichtathletik-Europameisterschaft steht aus rot-weiß-roter Sicht ganz im Zeichen von Gregor Högler. Dienstagnacht warf Victoria Hudson den Speer auf 64,62 Meter – und damit zu Gold vor der Serbin Adriana Vilagos (64,42) und der Norwegerin Marie-Therese Obst (63,50). „Ich habe geträumt, in meinem Leben irgendwann einmal eine Medaille zu gewinnen, aber dass ich ganz oben am Stockerl stehe, hätte ich nie gedacht“, jubelte die 28-Jährige über ihren größten Karriereerfolg und den erst dritten Sieg einer Österreicherin bei einer Freiluft-EM nach Liese Prokop 1969 im Fünfkampf sowie Ilona Gusenbauer 1971 im Hochsprung. Die einzige bisherige Speerwurfmedaille beim wichtigsten kontinentalen Großereignis hatte Herma Bauma 1950 errungen.

Victoria Hudson beim Abwurf.
Victoria Hudson beim Abwurf.GEPA pictures / Patrick Steiner

Nun ist Österreich (wieder) das Land der Werfer. Wenige Tage vor Hudson war in Rom Lukas Weißhaidinger mit der Diskusscheibe erfolgreich. Mit Silber erweiterte der 32-Jährige seine Trophäensammlung, die davor aus je einmal Bronze bei Olympia (2021), WM (2019) und EM (2018) bestanden hatte. „Danke an Gregor, der immer das Maximum rausholt. Dass man auch, wenn man sich schon am Optimum glaubt, noch Veränderungen annimmt“, nannte er den offenkundigen Schlüssel zum Erfolg: den Coach.

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger trainiert unter den wachsamen Augen von Gregor Högler.
Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger trainiert unter den wachsamen Augen von Gregor Högler.APA / Georg Hochmuth

Seit 2015 wird Weißhaidinger von Högler trainiert, seit Beginn des Vorjahres steht auch Hudson – nach Zusammenarbeit im Juniorenalter – wieder unter den Fittichen des Diplomingenieurs und einstigen Speerwerfers (Olympiateilnahme in Sydney 2000, nach wie vor rot-weiß-roter Rekordhalter). „Früher war sie eine Wundertüte. Mittlerweile kann sie abliefern auch und hat ein starkes Mindset“, sagte Högler über die WM-Fünfte von 2023.

Ansporn, Finanzierung

Im Training würden sich beide Athleten jedenfalls gegenseitig anspornen. Hinter ihnen stehen neben dem Chefcoach noch ein großes Team, hochkarätiges Know-how, moderne Trainingsgeräte und viel wissenschaftliche Arbeit. „Man hat immer geglaubt, im Ehrenamt könne man Olympiasieger machen. Das geht nicht. Das macht keiner. Wenn einer mit zwei Stunden am Tag besser ist als ich, höre ich sofort auf und er soll meinen Job machen“, begründete Högler den großen Aufwand rund um die vom Ministerium finanzierte „Mission Gold“ mit fünf Großereignissen von 2022 bis 2024.

Der Schlusspunkt soll bei den nahen Sommerspielen in Paris gesetzt werden. Weißhaidinger habe nach seiner Technikumstellung mit mehr Tempo noch an der Flugkurve zu feilen, Hudson an der Haltung ihrer linken Schulter. Ansonst sehe Högler alles auf Schiene. Für Olympia gebe es laut Weißhaidinger also „keine Limits“ mehr. Hudson sieht das ähnlich. Immerhin hält sie mit 66,06 Metern die Jahresweltbestleistung. Nur ein Vergleich: Bei Olympia 20201 in Tokio hätten 64,62 Meter sensationell Silber bedeutet.

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