ORF: Berichterstattung über Christian W. zu "boulevardesk"

Der Publikumsrat kritisiert die ORF-Berichterstattung über den Sorgerechtsstreit.

Monika Lindner, die als ORF-Generaldirektorin am Donnerstag dem Publikumsrat Rede und Antwort stehen musste, fand die Angelegenheit ganz normal: "Was stört Sie dabei?", fragte sie Maria Windhager. Die Grüne Publikumsrätin hatte kritisiert, dass der ORF den Sorgerechtsstreit um den achtjährigen Christian W. zu "boulevardesk" abgehandelt habe und dass manche Szenen vom Kampf des Kindes mit den Exekutoren mehrmals gezeigt wurden. Lindner: "Das war ja die Schlüsselszene, über die das ganze Land empört, geschockt war." Dadurch, dass der Umgang der Behörden mit dem Kind gezeigt worden sei, werde nun etwas "in Bewegung kommen", meinte Lindner. (Siehe auch S. 13)

Positives hatte sie für Menschen mit Behinderungen zu berichten: Der ORF sendet ab Februar Hörfilme, bei denen Sehbehinderte mittels Zweikanalton akustische Erklärungen (etwa zu stummen Szenen) abrufen können. Die "ZiB1" wird im Zuge der Ausstrahlung von ORF2 via Digital-Satellit in Gebärdensprache übersetzt.

Einen "Etappensieg" habe man bei der Beschwerde gegen das KommAustria-Gesetz vor dem Verfassungsgerichtshof errungen, meinte Lindner: Der VfGH habe ein Gesetzesprüfungsverfahren eingeleitet. Der ORF empfindet es als verfassungswidrig, dass er - wie die Privatsender - die Behörde mitfinanzieren soll: Er unterliege ja nicht der Rechtsaufsicht der KommAustria, sondern jener des Bundeskommunikationssenats. i. w.

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