Interview

OMV-Chef Alfred Stern: „Gasproduktion in Europa ist das Beste, was wir tun können“

„Unsere Strategie hatte es nie zum Ziel, irgendwo auszusteigen“, so OMV-Chef Stern über die Pläne für neue Förderung fossiler Energie.
„Unsere Strategie hatte es nie zum Ziel, irgendwo auszusteigen“, so OMV-Chef Stern über die Pläne für neue Förderung fossiler Energie.Reuters / Lisa Leutner
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Europa wird noch lange Erdgas brauchen – am besten aus eigener Erzeugung, sagt OMV-Chef Alfred Stern. Er erklärt, warum das den grünen Umbau des Konzerns beflügeln statt bremsen wird, spricht über politische Zwischenrufe und den Irrglauben, dass die Nachfrage nach Fossilen verschwindet, wenn man die Produktion stoppt.

Die Presse: Sie sind vor drei Jahren mit dem klaren Auftrag angetreten, die OMV durch die grüne Transformation zu führen. Stattdessen mussten Sie sich zuletzt mehr mit Fossilen beschäftigen, als Ihnen lieb war. Wird sich das ändern?

Alfred Stern: Unsere Strategie ist, dass wir zu einem integrierten, nachhaltigen Chemie-, Kraftstoff- und Energieunternehmen werden und bis 2050 netto keine Treibhausgase mehr emittieren. Und wir sind am Weg, diese Ziele zu erfüllen. Wir liefern sauberen Flugtreibstoff, machen Geothermiebohrungen, unsere Emissionen sinken. Aber das soll schon eine verantwortungsvolle Transformation sein. Ich glaube, da sind gewisse Missverständnisse aufgetreten. Unsere Strategie hatte es nie zum Ziel, irgendwo auszusteigen. Einer unserer Vorteile ist, dass wir Zugang zu Kunden haben, die uns als verlässlichen Lieferanten kennen. Für grünen Flugtreibstoff brauche ich diese Kunden, die ich heute mit Kerosin beliefere. Bei E-Ladestellen ist es dasselbe. Wenn ich heute ein Schild an die Tankstelle hänge und sage „Wegen Ideologie geschlossen“, kommen die nachher nicht.

Es gibt also kein Enddatum für Öl und Gas?

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