Monarchie

Sisis mysteriöses Hochzeitskleid in Bad Ischl zu begutachten

Anlässlich des 170. Hochzeits-Jubiläums von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth ist ein besonderes Gemälde in die Kaiservilla Bad Ischl eingezogen.
Anlässlich des 170. Hochzeits-Jubiläums von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth ist ein besonderes Gemälde in die Kaiservilla Bad Ischl eingezogen.Bettina Gangl
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Sisi-Fans können in der Kaiservilla Bad Ischl ein Gemälde begutachten, das der Öffentlichkeit bisher unbekannt war. Darauf ist Kaiserin Sisi in ihrem Hochzeitskleid zu sehen.

Anlässlich des 170. Hochzeits-Jubiläums von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth ist ein besonderes Gemälde in die Kaiservilla Bad Ischl eingezogen, das bis vor kurzem sowohl der Forschung als auch Sisi-Fans völlig unbekannt war. Es stammt aus dem Schlesischen Landesmuseum Opava und zeigt die Kaiserin in jenem Kleid, das sie bei ihrer Trauung 1854 getragen haben könnte.

1989 erwirbt die Kaiserliche Wagenburg Wien von einer direkten Nachfahrin Kaiser Franz Josephs und Kaiserin Elisabeths eine prächtige Schleppe, die in der Familie über hundert Jahre lang als Teil von Sisis Brautkleid aufbewahrt worden war. 2008 wird in der Wagenburg ein „Sisi-Pfad“ eröffnet, in dessen Rahmen die Hochzeitsschleppe der Kaiserin von nun an dauerhaft ausgestellt wird. 2021 besucht die Spanierin Silvia Santibáñez den Sisi-Pfad und entdeckt die Ähnlichkeit der Schleppe mit einem Gemälde, das sie auf einer ihrer Reisen im Schlesischen Landesmuseum Opava gesehen hat. Sie schickt ein Foto des Gemäldes an Wagenburg-Direktorin Monica Kurzel-Runtscheiner, die daraufhin mit dem Schlesischen Landesmuseum Opava Kontakt aufnimmt und gemeinsam mit Kuratorin Denisa Hradilova die Erforschung der Entstehungsgeschichte des Gemäldes, das 1857 vom Wiener Maler Josef Neugebauer geschaffen wurde, startete.

Widersprüche ums Brautkleid

Bereits kurz nach der Vermählung von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth kursierten erste Widersprüche rund um das Aussehen von Sisis Hochzeitskleid. Da bei der großen Trauung in der Augustinerkirche im April 1854 weder Journalistinnen noch Zeichner anwesend waren, sind Zeitungsberichte und Illustrationen aus dieser Zeit unverlässlich. Darüber hinaus konnte bisher nicht geklärt werden, wie der Künstler Josef Neugebauer, der kein Hofmaler war und dem die Kaiserin nachweislich nicht Modell gestanden hatte, Kleid und Schleppe so detailgetreu malen konnte.

Das lebensgroße Ölgemälde ist ab sofort bis 31. Oktober 2024 im Roten Salon der Kaiservilla im Rahmen von Führungen zu besichtigen. (red.)

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