Analyse

Hinter liberalen Schallmauern: Warum die Neos bei der Nationalratswahl (nicht) punkten können

Tritt zum zweiten Mal als Neos-Spitzenkandidatin an: Beate Meinl-Reisinger.
Tritt zum zweiten Mal als Neos-Spitzenkandidatin an: Beate Meinl-Reisinger.APA/Max Slovencik
  • Drucken
  • Kommentieren

Vor einer Woche haben die Neos erstmals die Zehn-Prozent-Marke geknackt. Bei der Nationalratswahl will Beate Meinl-Reisinger den Erfolg bestätigen. Aber wie nachhaltig sind die pinken Zugewinne?

Die Nervosität war im Verlauf des Abends gewachsen und langsam, aber sicher der frenetischen Freude gewichen, die die ersten Prognosen ausgelöst hatten. Wenige Minuten sollte es noch dauern, bis der ORF um 23 Uhr die echten EU-Wahlergebnisse hochrechnete. Würde der pinke Balken die Zehn-Prozent-Marke knacken? Die Neos-Spitze hoffte und bangte bei der Wahlparty im Wiener Stadtpark – und konnte schlussendlich aufatmen. Es wurde tatsächlich geschafft. Die Wahlkarten vervollständigten am Ende die fehlenden Prozentpunkte, mit denen die so wichtige psychologische Hürde überwunden wurde: 10,1 Prozent lautet das Endergebnis der EU-Wahl. Im zwölften Jahr seit der Gründung ist man erstmals zweistellig.

Es geht für die Neos um viel in diesem Jahr, an dessen Ende sich entscheiden wird, ob sie erstmals im Bund mitregieren werden. Der kleine Wahlsieger der EU-Wahl wurde für eine klare Botschaft und den authentischen Spitzenkandidaten honoriert. Die Message von den Vereinigten Staaten von Europa, die die österreichische heilige Kuh Neutralität offen infrage stellt, haben viele zwar nicht goutiert, aber verstanden. Damit hat man geliefert, was intern wie extern zuletzt eingefordert wurde: Im Vergleich zu Wahlschlappen im vergangenen Jahr auf Länder- und Städteebene war der pinke EU-Wahlkampf klar und konkret. Die Zuwächse, im Bund sind es 1,7 Prozentpunkte, ziehen sich durch alle Regionen. Auch durch jene, in denen man zuletzt krachend gescheitert ist.

Das deutlichste Plus in Wien

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.