Fachfrage

Sportmediziner: „Bitte nicht zu viel Zeit in Dehnen investieren“

Dehnen dürfte „eher sinnlos sein“, sagt der Sportmediziner. Aber was hilft gegen die schlechte Haltung, die wir uns in den vielen Stunden vor dem Computer oder über dem Handy gebeugt aneignen?
Dehnen dürfte „eher sinnlos sein“, sagt der Sportmediziner. Aber was hilft gegen die schlechte Haltung, die wir uns in den vielen Stunden vor dem Computer oder über dem Handy gebeugt aneignen?Mark Makela
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Sportmediziner Robert Fritz über den Mythos um das Dehnen und verkürzte Muskeln – und was seiner Meinung nach viel sinnvoller wäre.

Herr Fritz, Sie sagen, die Sportmedizin ist gar nicht so vom Dehnen überzeugt?

Robert Fritz: Es dürfte tatsächlich eher sinnlos sein. Auch wenn wir uns die aktuelle Datenlage anschauen. Dehnen ist etwas, was man unheimlich gern machen kann, wenn es einem guttut. Jeder, der einfach gern am Abend mal dehnt, weil er es schön findet, weil es ihn herunterholt, ja, gern. Aber wenn Patienten zu mir kommen und sagen: „Ich habe keine Zeit für Krafttraining, weil ich muss ja so viel dehnen“, da kann ich nur sagen, leider ist das für mich ein Blödsinn. Das braucht es nicht.

Auch nicht gegen „verkürzte Muskeln“?

Das Dehnen kann die Muskelfaserlänge nicht verändern. Wenn, dann wirken wir auf die Geschmeidigkeit der Faszien, eventuell auf den Sehnenmuskelübergang. Aber ich sage es Ihnen ehrlich, wir wissen noch nicht ganz genau, was wir da eigentlich machen.

»Es ist viel vernünftiger, den Gegenspieler aufzubauen und zu kräftigen.«

Robert Fritz

Zentrum für Gesundheit, Sport­medizin & Training

Aber der Dehnungsreiz muss doch eine Wirkung haben?

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