Portrait

Kylian Mbappé: Auf Torjagd für den Stolz der Nation

 Der Beste der Welt? Frankreichs Kylian Mbappé.
Der Beste der Welt? Frankreichs Kylian Mbappé. AFP
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Kylian Mbappé ist Wunderstürmer, Topverdiener und Transferkönig. Vor allem gegen Frankreichs Gruppengegner, darunter Österreich, zeigt er sich äußerst treffsicher.

Auf Österreich wartet beim EM-Auftakt am Montag (21 Uhr, Servus TV, ARD) der derzeit wohl beste Fußballer der Welt. Frankreichs Equipe wird von Kylian Mbappé angeführt, der mit seiner Schnelligkeit, Technik und physischen Stärke als Schrecken aller Abwehrreihen gilt. Zu spüren bekam dies die ÖFB-Auswahl schon in der Nations League – Mbappé traf sowohl beim 1:1 in Wien als auch beim 2:0 in Saint-Denis.

ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick wäre es vor einigen Jahren fast gelungen, den Ausnahmestürmer zu RB Leipzig zu holen. „Ich kenne Kylian schon, seit er 15 oder 16 ist. Damals hatte ich ihn schon so gut wie verpflichtet“, schilderte Rangnick. Vater Wilfrid Mbappé habe ihm seinen Sohn anvertrauen wollen. „Aber nur, wenn ich selber den Trainer gemacht hätte. Das war damals noch nicht der Plan.“

Der seit Jahren kolportierte Transfer des Angreifers von Paris Saint-Germain zu Real Madrid wurde Anfang Juni endgültig Realität. Mbappé, 25, wechselte ablösefrei zum Klub von David Alaba. Dafür gab es Medienberichten zufolge 150 Millionen Euro Handgeld und einen mit insgesamt 75 Mio. Euro dotierten Fünfjahresvertrag. Außerdem kassiert Mbappé zusätzlich, weil er einen Prozentsatz an seinen Bildrechten behalten durfte.

Kylian Mbappé beim Training in Paderborn.
Kylian Mbappé beim Training in Paderborn. APA

Schon in Paris war der im Vorort Bondy als Sohn eines Kameruners und einer Algerierin aufgewachsene Goalgetter ein Großverdiener. 2023 landete der Franzose in der Forbes-Liste der am höchsten bezahlten Sportstars auf Platz drei. Die 180 Mio. Euro, die PSG für den Stürmer 2018 an AS Monaco überwies, bedeuten immer noch den zweitteuersten Transfer der Geschichte.

Mbappé dankte es mit Leistung. In den vergangenen sechs Saisonen ging die Ligue-1-Torjägerkrone ausnahmslos an den Kapitän von „Les Bleus“, seine 256 Tore für die Pariser machten ihn zum Klubrekordschützen. Auf den begehrtesten Titel auf Vereinsebene muss er aber noch warten, ein Champions-League-Triumph blieb ihm bisher verwehrt.

»Wir werden uns nicht verstecken. Wir gehören zu den Mannschaften, die das Turnier gewinnen können.«

Kylian Mbappé

Frankreichs Kapitän

Dafür gelang ihm im Nationalteam schon als 19-Jähriger der große Wurf: Mbappé krönte sich 2018 mit Frankreich zum Weltmeister, beim 4:2 im Finale gegen Kroatien schoss er ein Tor. Vier Jahre später im WM-Endspiel in Katar netzte er sogar dreimal – zuletzt war dies in einem WM-Finale dem Engländer Geoff Hurst 1966 geglückt. Am Ende triumphierten dennoch die Argentinier.

Weniger gut lief es für Mbappé bei seinem bisher einzigen EM-Turnier. 2021 blieb er ohne Torerfolg und verschoss obendrein beim Achtelfinal-Aus gegen die Schweiz den entscheidenden Elfmeter. In Deutschland soll alles anders werden. „Ich habe die WM und die Nations League gewonnen, jetzt will ich unbedingt die Euro gewinnen. Das ist der einzige Titel, der mir mit der Nationalmannschaft noch fehlt, und es ist das erste Turnier für mich als Kapitän. Ich will, dass die ganze Nation stolz auf uns ist“, sagte Mbappé kürzlich in einem CNN-Interview.

Ein kleiner Trost für das ÖFB-Team: Auch gegen die anderen EM-Gegner in Gruppe D traf Mbappé zuletzt ganz ausgezeichnet. Gegen Polen schoss er bei der WM zwei Tore, gegen die Niederlande in zwei Duellen in der EM-Qualifikation überhaupt gleich vier. (joe)

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