VKI-Test

Beim Sonnenschutz ist der Preis kein Maßstab

Sonnenschutzcreme
Sonnenschutzcreme IMAGO/imageBROKER/Oleksandr Latkun
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Fast jedes zweite von 17 getesteten Sonnenschutzmittel schwächelt: Drei Produkte enthalten einen kritischen Weichmacher, fünf versagen beim UV-Schutz.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat passend zur Saison Sonnenschutzmittel getestet. Die Ergebnisse sind eher durchwachsen: Zwar konnte die Mehrheit - neun von 17 Produkten - überzeugen. Drei Erzeugnisse schnitten aber nur „durchschnittlich“ ab, weil sie mit einem laut den Konsumentenschützern kritischen Weichmacher verunreinigt seien. Gleich fünf Produkte erhielten mit der Note „nicht zufriedenstellend“ die „rote Karte“ - sie erfüllen den angegebenen UV-Schutz nicht.


Bei der Wahl des Sonnenschutzmittels solle man sich weder von Marken noch vom Preis leiten lassen - die Qualität der Produkte schwanke jährlich von Test zu Test, bilanzierten die Fachleute. Die wichtigste Aufgabe eines Sonnenschutzprodukts ist es, die Haut vor UVA- und UVB-Strahlung und damit vor frühzeitiger Hautalterung und Hautkrebs zu schützen.

Zu wenig Schutz vor UVA-Strahlen

Im Test unterschritten eine Lotion und Lavera und eine Creme von M. Asam den angegebenen UVB-Schutzfaktor. Ein weiteres Produkt biete keinen angemessenen Schutz vor UVA-Strahlen. Die Ambre Solaire Sonnenschutz-Milch von Garnier bietet keinen angemessenen Schutz vor UVA-Strahlen. Das Spray von i+m sowie die Creme von Lush versagen sowohl beim UVA- als auch beim UVB-Schutz – und zwar so massiv, dass sie kaum schützen. Besonders ärgerlich: Die Million Dollar Sun Cream von Lush war mit 44,39 Euro je 100 Milliliter das mit Abstand teuerste Produkte im Test. Aufgrund des mangelnden Schutzes vergaben die VKI-Testerinnen und Tester für diese Sonnenschutzmittel allesamt die Note „nicht zufriedenstellend“.

Erstmals wurde überprüft, ob gesundheitskritische Weichmacher enthalten sind, und der VKI wurde fündig: Drei Mittel von Newkee, Ladival und Müller wiesen den Weichmacher DnHexP nach, der laut EU-Verordnung in Kosmetika verboten sei. Die Substanz könne bei der Herstellung eines UV-Filters als Verunreinigung entstehen. So etwas sei vermeidbar, man erwarte von den Anbietern strengere Qualitätskontrollen, kritisierte VKI-Projektleiterin Birgit Schiller. Die festgestellten Konzentrationen waren allerdings so gering, dass sie nach Einschätzung des deutschen Instituts für Risikobewertung (BfR) kein akutes Risiko bergen. Die drei Produkte schnitten insgesamt „durchschnittlich“ ab.

Gut und günstig


Kein Verlass sei auf die Qualität einer bestimmten Marke, ist eine weitere Erkenntnis: Ein diesmal „durchgefallenes“ Sonnenschutzmittel von stamme von dem Hersteller Garnier, der in früheren Tests mit seinen Erzeugnissen durchaus überzeugte. „Nur mit aufwendigen und teuren Laboruntersuchungen lässt sich die Schutzwirkung zuverlässig messen und die Qualität eines Produktes beurteilen“, so Schiller.


„Grundsätzlich raten wir weiter dazu, Sonnenschutzmittel großzügig zu verwenden“, betonte die Konsumentenschützerin. Als gut und günstig hätten sich in diesem Test die Produkte von Today (Transparentes Sonnenspray), Nivea Sun (Schutz & Pflege), Sun Kiss (Sonnenmilch Sensitive) und Sundance (Sonnenspray) erwiesen. (APA)

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