Fußball-EM

Enttäuschenden Kroaten droht das Vorrunden-Aus

Luka Modric versteht die Fußballwelt nicht mehr.
Luka Modric versteht die Fußballwelt nicht mehr.APA / AFP / Christophe Simon
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Gruppe B. Der WM-Dritte Kroatien blamiert sich nach dem 0:3 gegen Spanien auch beim 2:2 gegen Albanien.

Hamburg. Kroatiens Fußball steht vor einem Scherbenhaufen. Denn der Vizeweltmeister von 2018 und WM-Dritte von 2022 findet bei dieser Fußball-EM einfach nicht in die Spur. Nach dem ernüchternden 0:3 zum Auftakt gegen Spanien stolperte die Elf von Teamchef Zlatko Dalic in ein herbes 2:2 gegen Albanien. Man holte einen Rückstand auf, führte mit 2:1 und musste sich doch mit einem Remis begnügen. Damit rückt das vorzeitige Aus schon mit Ende der Gruppenphase nahe.

Dalic, er ist seit 2017 im Amt und dank der Erfolge bei Weltmeisterschaften trotz zusehends schwächer werdendem Spiel noch nicht angezählt, bevorzugt Pragmatismus. Er nimmt Rücksicht auf Namen, stellt Ikonen wie Luka Modric (trotz eklatanter Formschwäche) nicht infrage und versteht es dann doch, wie im Fall mit Pasalic und Sucic (Salzburg) frische Kräfte zu bringen für dringend benötigten Schwung. Doch, diese „Goldene Generation“, von der er so lange gesprochen hat, sie hat ihr Ablaufdatum erreicht.

Finale gegen Italien

In einer turbulenten Schlussphase traf Klaus Gjasula (90.+5) zum Ausgleich für den Außenseiter. Zuvor hatten Andrej Kramaric (74.) und Gjasula (76./Eigentor) den Kroaten nach Rückstand (Qazim Laçi, 11.) Hoffnung gegeben. Auch hat dieser mickrige Punkt große Bedeutung: mit ihm können sie vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Italien am Montag noch auf den Aufstieg hoffen. Sogar unabhängig vom Spiel der Squadra gegen Spanien.

Dennoch: Der Eindruck, den Modric, Kovacic, etc. hinterlassen, der steht keineswegs für Erfolg und frischen Fußball, sondern Behäbigkeit und fehlende Inspiration. Nur auf Altstars wie Modric (38), Kramaric (33) oder Perisic (35) zu setzen, ist die falsche Taktik. Ihr Auftritt mit langsamen Ballstafetten funktioniert nicht mehr, so gewinnt man keine Spiele. Dalic hat die Zeichen der Zeit freilich gesehen, jedoch nicht gehandelt. Gute Trainer brillieren durch das Setzen neuer Schritte. Den letzten sollte er nach dieser EM tun und mit Modric abtreten. (fin)

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