Pädagogik

Unfaire Lehrkräfte und Schwarz-Weiß-Denken

Lehrende sind zentrale Autoritätspersonen, und es ist leicht, negative Erfahrungen nur mit dieser einen Rolle zu verknüpfen. „Entsprechende Assoziationen im Kopf manifestieren sich dann nachhaltig“, sagt Sebastian Jungkunz (Uni Bonn).
Lehrende sind zentrale Autoritätspersonen, und es ist leicht, negative Erfahrungen nur mit dieser einen Rolle zu verknüpfen. „Entsprechende Assoziationen im Kopf manifestieren sich dann nachhaltig“, sagt Sebastian Jungkunz (Uni Bonn).Unbekannt
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Populistische Haltungen von Teenagern können im Klassenzimmer gefördert werden.

Schon im Jugendalter werden populistische Einstellungen wie ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Den­ken angelegt. Welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind, untersuchten Forschende in einer Studie mit 3123 Teenagern zwischen zwölf und 18 Jahren aus Schulen rund um den Bodensee in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ein wichtiger Auslöser für die Entwicklung von illiberalen Haltungen sei die unfaire Behandlung durch Lehrkräfte, heißt es in der Publikation der Ergebnisse im Fachjournal Perspectives in Politics.

Weniger relevant dafür scheint hingegen der Freundeskreis zu sein. Und die Qualität der Beziehung zu den Eltern spielt überhaupt keine Rolle. Mit ihnen sind Jugendliche in vielschichtigen Beziehungen mit mehr verschiedenen, positiven und negativen Erfahrungen verknüpft, so eine Erklärung. „Junge Menschen verbringen viel Zeit pro Tag in der Schule. Lehrende sind zentrale Autoritätspersonen hier“, sagt Sebastian Jungkunz (Uni Bonn). „Es ist damit eher leicht, negative Erfahrungen nur mit dieser einen Rolle zu verknüpfen. Entsprechende Assoziationen im Kopf manifestieren sich dann nachhaltig.“ Mädchen zeigten im Schnitt übrigens weniger populistische Haltungen. Stärker betroffen waren Teenager mit Migrationshintergrund und jene aus wohlhabenden Familien. (APA/cog)

In Kürze

Bildung und Partizipation heißt der Sammelband, in dem die Studienergebnisse im Kontext eines größeren Projektes nachzulesen sind (Budrich-Verlag, 240 Seiten, 60,50 €; E-Book: Open Access).

Mitherausgeberin ist Gudrun Andrea Quenzel von der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, die von österreichischer Seite am Projekt beteiligt war.

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