Anstoß

Die Euro-Titelanwärter aus den TV-Studios

ARD-Duo Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger.
ARD-Duo Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger. Imago
  • Drucken
  • Kommentieren

Warum Deutschland vor der Kamera in einer anderen Liga spielt, das bisherige EM-Highlight aber aus dem ORF-Studio kommt.

EM-Spiele laufen hierzulande entweder im ORF oder in Servus TV. Man bekommt in der ausufernden Rundherum-Berichterstattung entweder kultig-wenigsagende Langeweile (Prohaska) oder ebenso wenigsagende Hyperventilation (Fjørtoft, Freund). Großes Plus von Servus TV: Der Red-Bull-Sender darf als Hauptlizenznehmer alle Österreich-Spiele zeigen und damit auch die stets aufschlussreichen Live-Interviews mit dem wortgewandten ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick.

Mit gutem alten TV-Anschluss kann aber auch direkt beim Gastgeber geschaut werden. Eine andere Liga freilich. Alexander Bommes besticht im ARD-Duett mit Bastian Schweinsteiger durch wohltuende Unaufgeregtheit, und das während Deutschland auf eine neues Sommermärchen zusteuert. Spontaneitäts-Highlight bisher: ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek und ihr verbales Augenrollen als „Schweini“, inzwischen eigentlich Elder Statesman mit Silberhaar, ein Instagram-Video mit der figurbetont bekleideten Ronaldo-Partnerin Georgina Rodríguez seiner Analyse unterzieht („Och Basti“).

Tiefgang und Leidenschaft in Kombination bieten auch die Weltmeister und ZDF-Experten Christoph Kramer und Per Mertesacker, auch wenn sie jetzt nicht mehr von „Spielermaterial“ reden dürfen. Der umsichtige Moderator Jochen Breyer bevorzugt „Spielerpotenzial“.

Das bisher Beste in Sachen EM-TV aber kam aus dem ORF-Studio, in das Peter Filzmaier, einstiger Berufswunsch: Sportreporter, als Spanien-Experte geladen war. Der Politik-Chefanalytiker dankte es, indem er seine Begeisterung für den iberischen Fußball und dessen Historie transportierte, mit Detailwissen über aktuelle Spieler glänzte und dazu auch noch humorige Anekdoten und launige Sager mitlieferte (die Abwehrleistung als „Freischwimmerkurs auf niedrigem Niveau“). Schlichtweg europameisterlich.

E-Mails:

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.