Randerscheinung

Fair enough

Carolina Frank
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Also das mit der Fußball-EM ist familiär eher schleppend angelaufen.

Die beiden großen Buben hatten zum Eröffnungsspiel gleich einmal keine Zeit. Der Mittlere war bei einem Konzert im Flex (wie kommt man auf die Idee?), der Ältere hatte ein Seminar. Der Jüngste wollte lieber mit Freunden schauen als mit seinem Vater. Fair enough. Und der Hund ­interessiert sich zwar wirklich sehr für Fußball, allerdings nur draußen im Garten und nicht drinnen im Fern-seher. Dann hat der Jüngste sich allerdings beim Basketballspielen am Nachmittag vor dem ersten Match die Hand so verstaucht, dass zuerst nicht klar war, ob statt der EM nicht überhaupt die Ambulanz eröffnet wird.

Das war dann Gott sei Dank nicht notwendig, und so haben wir schließlich doch gemeinsam geschaut. Mit Coolpack und Chips. Am Samstag dann musste der Älteste arbeiten, dafür ist der Mittlere mit seiner Freundin gekommen, die sich aber überhaupt nicht für Fußball interessiert. Fair enough. Der Jüngste war da schon wieder dahin, so schlimm war die Verstauchung also auch nicht. Und ich bin statt dem Nachmittagsspiel lieber Radfahren gegangen. Wenn der reale Sport über den Fernsehsport siegt, sind das die wahren Triumphe für die Ewigkeit. Ich war zwar rechtzeitig zum 18-Uhr-Spiel zurück, bin dann aber dafür beim Abendspiel schon kurz vor der Halbzeit eingeschlafen. Irgendwie war das früher alles besser.

Wie so vieles. Andererseits ist das aber auch entlastend. Wie so vieles. Fußballturniere sind ab sofort also keine Pflichtveranstaltungen mehr, bei denen möglichst alles geschaut werden muss. Sondern ein bloßes Angebot, auf das man zurückgreift, wenn man gerade Zeit und Lust hat. Klingt gar nicht so schlecht. Und die WM ist ohnehin schon übernächstes Jahr.

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