Traditionelle Küche

Erpan, Munggn und Graukas: Was der Weißensee kulinarisch zu bieten hat

Der Weißensee im Westen Kärntens vereint Fjordflair mit karibikgrünem Wasser.
Der Weißensee im Westen Kärntens vereint Fjordflair mit karibikgrünem Wasser.Inge Prader
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Ein Bildband taucht kulinarisch in die Tiefen einer Region: den Weißensee samt Umgebung. Auf den Spuren von Grantensammlern und Ölpresserinnen.

Wer die Region um den Kärntner Weißensee, Osttirol so nahe, in kulinarischer Hinsicht verstehen will, muss womöglich ein paar Vokabeln lernen. Grantenschleck zum Beispiel, wie man hier Schlagobers mit wilden Preiselbeeren nennt. Oder, dazu passend, Stranitzel. „Das r in den Stranitzeln ist kein Schreibfehler“, sagt die ehemalige Hüttenwirtin Almut Knaller über die Stanitzel ihrer Familie.

Almut Knaller zeigt, wie man Stranitzel korrekt isst: samt Nasentupfer Grantenschleck.
Almut Knaller zeigt, wie man Stranitzel korrekt isst: samt Nasentupfer Grantenschleck.Inge Prader

Weitere Wörter: Frigga, eine deftige Holzfällerspeise aus hauptsächlich Käse. Heningschmalz, eine Mischung aus Honig und Butter, in die man Dampfnudeln taucht. Plentn, Polenta, etwa aus dem weißen Gailtaler Landmais, wie die Familie Brandstätter ihn anbaut.

Blattlan heißen die Krapfen, die etwa Erika Knaller vom Haus Jakober in Neusach am Weißensee bäckt.
Blattlan heißen die Krapfen, die etwa Erika Knaller vom Haus Jakober in Neusach am Weißensee bäckt. Inge Prader

Der großformatige Bildband „Wie schmeckt der Weißensee“ stellt Protagonisten hinter solchen Begriffen vor, erzählt von der wirtschaftlichen Bedeutung von Magermilchkäse – „ohne Graukas würde unsere Alpenbutter deutlich mehr Geld kosten“, wie Thomas Winkler vom Hof Neusacher-Moser am Weißensee sagt (er ist Generation Nummer 23), rückt Obstbauern, Ölpresserinnen, Preiselbeersammler und betagte Backwerkheldinnen ins Rampenlicht.

Hannes und Monika Müller führen das Hotel Die Forelle in Techendorf, er ist der höchstdekorierte Koch der Region.
Hannes und Monika Müller führen das Hotel Die Forelle in Techendorf, er ist der höchstdekorierte Koch der Region. Inge Prader

Es geht auch über die heutige Grenze: etwa zu Radìc di Mont, wie man Milchlattich, Radicchio di montagna, im Friulaner Dialekt nennt.

Weißensee-Kulinarik als Großformat:
Weißensee-Kulinarik als Großformat: Inge Prader

Tipp

Der Bildband „Wie schmeckt der Weißensee“ von Tobias Müller, Inge Prader und Hannes Müller ist im Eigenverlag erschienen (49 Euro). Bestellungen unter dieforelle.at

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