Greenpeace-Marktcheck

Ketchup im Test: Undurchsichtige Herkunft, viel Zucker und kaum Bio

Große Ketchup-Marken wie Felix und Heinz geben keine Angaben zu den Herkunftsländern der verwendeten Tomaten.
Große Ketchup-Marken wie Felix und Heinz geben keine Angaben zu den Herkunftsländern der verwendeten Tomaten.Reuters / Andrew Kelly
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Der Ursprung der Paradeiser, die in Ketchup landen, ist oft nicht bekannt. Einer Greenpeace-Erhebung zufolge stammen sie oft aus Gebieten mit Wasserknappheit in Südeuropa. Und kaum ein Ketchup hat ist Bio.

Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in Österreich scheint ausbaufähig, wie der neue Marktcheck von Greenpeace zeigt. Zur Grillsaison nahm sich die NGO Ketchup vor und stieß bei der Erhebung in den Supermärkten vor allem auf Intransparenz, was die Herkunft der Hauptzutat Tomate betrifft. Die blieb bei rund 70 Prozent im Dunkeln, und bei Bekanntheit würden diese „oft aus trockenen Anbaugebieten im Süden“ stammen, wo massive Bewässerung notwendig sei.

Eine massive Bewässerung bedeute, dass für ein Kilogramm Ketchup vom Anbau der Paradeiser bis zur Verarbeitung insgesamt über 500 Liter Wasser verbraucht werden, hieß es in einer Aussendung. Während ein Kilogramm österreichischer Tomaten einen Wasser-Fußabdruck von nur 33 Litern hat, liegt der globale Schnitt bei 214 Litern. Beim Wasser-Fußabdruck wird jenes Wasser berücksichtigt, das für die Produktion eines Produkts verbraucht oder wegen ihr verschmutzt wird.

„Wasser ist ein begrenztes Gut. Die Klimakrise verschärft den Wassermangel in den Anbauregionen, was langfristig nicht nur die Umwelt, sondern auch die Landwirtschaft und damit die Produktion unseres Essens beeinträchtigt“, wurde Greenpeace-Experte Sebastian Theissing-Matei zitiert. Der übermäßige Anbau von Tomaten für den Export in bereits von Wasserknappheit geplagten Regionen sei deswegen höchst problematisch. „Umso wichtiger ist, dass auf Ketchupflaschen klar ersichtlich ist, woher die Tomaten kommen.“ Viele würden auch aus fernen Teilen der Welt, etwa China, stammen.

Ein Fünftel nur Zucker

Die mangelnde Transparenz über die Herkunft der Tomaten, aber auch des Zuckers sei unzumutbar so Theissing-Matei: „Wir alle haben ein Recht darauf zu wissen, woher die Zutaten in unserem Essen kommen.“ Die Hersteller zeigten sich laut Greenpeace wenig auskunftsfreudig, so habe es bei den großen Marken wie Felix und Heinz keine Angaben zu den Herkunftsländern gegeben.

Nur bei zehn Prozent der geprüften Produkte werde die Herkunft der Paradeiser auf der Verpackung angegeben. Wegen der Intransparenz bei der Herkunft der Zutaten ist die Bestnote beim Marktcheck nur ein „Befriedigend“.

Auffällig fand Greenpeace auch den hohen Gehalt an Zucker im Ketchup, welcher auf der Zutatenliste fast immer an zweiter Stelle hinter den Paradeisern liegt – bei klassischen Rezepturen macht dieser etwa ein Fünftel aus. Der Bio-Anteil bei Ketchup in den österreichischen Regalen lag im Schnitt bei nur 13 Prozent. Beim Sortimentsvergleich hat Billa Plus am besten abgeschnitten. (APA)

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