Kfz-Industrie

1,16 Mrd. Euro an Forderungen bei Fisker-Insolvenz in Österreich

Fisker Österreich strebt weiterhin eine Sanierung an, die nach wie vor durch den Einstieg eines Investors gelingen soll. Entsprechende Gespräche würden derzeit stattfinden. 
Fisker Österreich strebt weiterhin eine Sanierung an, die nach wie vor durch den Einstieg eines Investors gelingen soll. Entsprechende Gespräche würden derzeit stattfinden. IMAGO/Nancy Kaszerman
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Im bisher größte Insolvenzverfahren der Steiermark wurden Forderungen in der Höhe von 1,16 Milliarden Euro angemeldet. Fisker Österreich strebt weiterhin eine Sanierung an, gesucht wird ein Investor.

Im Insolvenzverfahren um die Österreich-Tochter des US-Elektroauto-Start-ups Fisker hat am Dienstag die erste Berichts- und Prüfungstagsatzung am Zivillandesgericht in Graz stattgefunden. Bis zum Ende der Anmeldefrist am 11. Juni wurden 161 nunmehr überprüfte Forderungen angemeldet: Insgesamt wurden Forderungen in der Höhe von mehr als 1,16 Mrd. Euro angemeldet, wovon 10,92 Mio. Euro anerkannt wurden, Forderungen über 1,15 Mrd. Euro werden somit bestritten.

Es sei laut den Kreditschützern von KSV1870, AKV und Creditreform davon auszugehen, dass der größte Teil der Insolvenzforderungen weiter bestritten bleibt und es sei auch nicht auszuschließen, dass noch weitere Forderungen angemeldet werden. Hinzu komme, dass auch die US-amerikanische Mutter- und Großmuttergesellschaften Insolvenzanträge eingebracht haben. Da wurden Restrukturierungsverfahren beantragt. Darüber hinaus wurden mit Stand 21. Juni weitere 58 Forderungen im Gesamtausmaß von 590,8 Mio. Euro angemeldet, diese wurden aber aufgrund der Komplexität und Umfang des Verfahrens noch nicht geprüft, so der KSV1870.

Sanierung weiterhin angestrebt

Seit der Insolvenz wurden bei der österreichischen Tochter mehrere Teilbereiche, und zwar „Sales und Services Wien“, „Backoffice“ sowie „Qualitätssicherung und Integration“, insolvenzgerichtlich geschlossen, wodurch erhebliche Einsparungen erreicht werden konnten, hieß es seitens des AKV. Von den ursprünglich bei Verfahrenseröffnung beschäftigten 47 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern sind derzeit nur mehr 20 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.

Fisker Österreich strebt weiterhin eine Sanierung an, die nach wie vor durch den Einstieg eines Investors gelingen soll. Entsprechende Gespräche würden derzeit stattfinden. Die Erfüllbarkeit des Sanierungsplanes wird wesentlich davon abhängen, ob ein Investor gefunden werden kann. Die Sanierungsbestrebungen der Fisker GmbH seien damit nach wie vor aufrecht. Der Planvorschlag lautet auf eine Quote von 30 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplanes. „Die Angemessenheit und Erfüllbarkeit des angebotenen Sanierungsplans wird vor der Abstimmungstagsatzung am 8. August noch einer detaillierten Überprüfung zu unterziehen sein“, sagte Brigitte Peißl-Schickmair, Leiterin Insolvenz Graz beim KSV1870. (APA)

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