Glosse

Ein Aluhut von Rapperin M.I.A. soll Welt und Sperma retten

Mathangi Maya Arulpragasam, bekannt als M.I.A. hat eine Modelinie herausgebracht.
Mathangi Maya Arulpragasam, bekannt als M.I.A. hat eine Modelinie herausgebracht.IMAGO/Valeria Magri
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Einen 99,999-prozentigen Schutz vor wahlloser Überwachung und elektromagnetischen Wellen versprechen die Produkte von Rapperin M.I.A., das gilt für Hut und Unterhose gleichermaßen.

Aus „live fast, die young“ (Song: „Bad Girls“) ist wohl nichts geworden. Die früher einmal draufgängerisch anmutende Rapperin M.I.A. hat die Seite gewechselt, vom „bad girl“ zur übervorsichtigen Frau. Den Eindruck vermittelt jedenfalls ihre neue Kleiderlinie, Ohmni. „Letzte Chance, deine Privatsphäre, Autonomie und Rechte über deinen Körper und deine Daten zu wahren“, liest es sich auf der Website. Das sei kein künstlerischer Abstecher in die Modebranche, das sei eine Notwendigkeit. Die „Rüstung eines modernen Ritters“.

Wer jetzt an Aluhüte denkt, liegt richtig. M.I.A. verkauft Aluhüte, um 100 Dollar das Stück. Und Alujacken, Alushirts, Alukleider, ja sogar Aluboxershorts, um „zukünftige Generationen zu schützen“. Nicht, dass Bill Gates die Spermien schon via Bluetooth impft. Vergleichbares verhindert ein „Kupfer-Nickel-Abschirmgewebe“ mit „einzigartiger atomarer Struktur“. Einen 99,999-prozentigen Schutz vor WLAN und 5G versprechen die Produkte obendrein, und überhaupt vor eh „zahlreichen Risiken“.

Ein bisserl Augenzwinkern findet sich dann doch auf der Seite. „Ich könnte ein Genie sein oder eine Betrügerin“, steht dort geschrieben, allerdings recht versteckt. Leichtgläubige haben aber Glück: Metallische Stoffe sind derzeit en vogue, so gerade in Paris gesehen. Sie liegen dann wenigstens modisch im Trend.

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