Medienfreiheit

Deutschland rät Journalisten „dringend“ von Reisen nach Russland ab

Russland wirft dem Korrespondenten den „Wall Street Journal“ Spionage vor.
Russland wirft dem Korrespondenten den „Wall Street Journal“ Spionage vor.APA / AFP / Natalia Kolesnikova
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Deutsche Journalistinnen sollten prüfen, ob eine Anwesenheit „zwingend erforderlich“ sei. Diese Woche startete der Prozess gegen den US-Journalisten Evan Gershkovich.

Deutschland hat sich besorgt geäußert angesichts zunehmender Repressalien auch gegen ausländische Journalisten in Russland. Das Auswärtige Amt habe seine Reisewarnung für Russland unlängst erst verschärft und rate nun „dringend“ von einer Einreise ab, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Diese Empfehlung gelte auch für deutsche Journalisten. Jeder sollte prüfen, ob eine Anwesenheit „zwingend erforderlich“ sei.

Spätestens seit dem Fall des US-Journalisten Evan Gershkovich vom „Wall Street Journal“ wisse man, dass von dem willkürlichen Vorgehen der russischen Behörden gegen Oppositionelle und Journalisten nun auch ausländische Personen betroffen sein könnten, sagte der Sprecher. Gershkovich steht in Jekaterinenburg wegen des Vorwurfs der Spionage vor Gericht. Der 32-jährige Reporter ist seit fast 16 Monaten inhaftiert.

Gefangenenaustausch im Gespräch

Präsident Wladimir Putin hat erklärt, Russland sei offen für einen Gefangenenaustausch mit den USA, dazu gebe es bereits Kontakte. Ob dabei auch der in Deutschland inhaftierte „Tiergartenmörder“ Wadim Krassikow eine Rolle spielen könnte, dazu wollte ein deutscher Regierungssprecher am Freitag keine Auskunft geben.

ORF-Journalisten ausgewiesen

Erst diese Woche hatte das Moskauer Außenministerium der langjährigen ORF-Büroleiterin (2010 bis 2021 und dann wieder ab Oktober 2023) die Akkreditierung entzogen. Zuvor hatten die russischen Behörden Maria Knips-Witting ausgewiesen. (Reuters/red.)

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