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Branchengespräch

Glückliche Schweine: Warum das Wohl von Nutztieren immer wichtiger wird

Der Trend zu Bio-Nahrungsmitteln ist unübersehbar, genauso wie der Wunsch der Konsumenten nach einer artgerechten Haltung von Nutztieren. Gleichzeitig soll Fleisch leistbar bleiben.

Diskussionen über die artgerechte Haltung von Huhn, Pute, Schwein und Rind – die wichtigsten Fleischlieferanten der Österreicher – werden regelmäßig und leidenschaftlich geführt. Wie es um das Wohl von Nutztieren im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft, Handel und Konsumenten aussieht, erörterte Gerhard Hofer von „Die Presse“ mit Gabriele Zgubic-Engleder, Leiterin der Abteilung für Verbraucherpolitik der Arbeiterkammer, Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, und Andreas Steidl, Tierwohl-Verantwortlicher bei BILLA und Geschäftsführer der Bio-Marke Ja! Natürlich.

Tierwohl ist keine Nische mehr

„Bei Billa werden Tierwohl-Produkte dieses Jahr die 50-Prozent-Marke beim Verkaufsumsatz im Frischfleischsegment überschreiten, die Hälfte dieses Anteils kommt aus dem Bio-Bereich“, erläutert Andreas Steidl. „Tierwohl ist keine Nische mehr.“ Eine aktuelle Umfrage unter Konsumenten zeigt, dass 80 Prozent der Österreicher der Meinung sind, dass es strengerer Tierschutzgesetze bedarf. Für die Landwirte ist Tierwohl selbstverständlich ebenfalls ein Anliegen, doch die Rechnung muss am Ende aufgehen. „Wenn sich die Tiere in meinem Stall dementsprechend wohlfühlen und es ihnen gut geht, können sie auch die Leistung erbringen, dass etwa im richtigen Zeitpunkt der Zuwachs passt“, unterstreicht Lorenz Mayr.

Vorstellungen der Konsumenten

Gabriele Zgubic-Engleder weiß über die konkreten Vorstellungen von Konsumenten Bescheid: Maßgebliche Kriterien sind dabei artgerechte Tiertransporte, viel Platz, frische Luft, Auslauf, Weide und Futter. Das Kupieren der Schwänze bei Schweinen und der Einsatz von Antibiotika werden abgelehnt. Gleichzeitig sollen tierische Produkte leistbar sein. Lorenz Mayr sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Nutztierhaltung und dem Absatz der Produkte. „Wenn der Absatz steigt, kann auch die Produktion in diese Richtung gesteigert werden“, folgert er.

Rückläufiger Fleischkonsum in Österreich

In Österreich ist der Fleischkonsum in den vergangenen Jahren gesunken, auch die Produktionszahlen sind rückläufig. „Der Fleischkonsum verschiebt sich, wobei Schwein verloren und Geflügel zugenommen hat. Insgesamt geht der Fleischkonsum zurück, was mit geänderten Ernährungs- und Kochgewohnheiten zusammenhängt“, berichtet Steidl.

Der Trend hin zu artgerechter Nutztierhaltung wird sich in Zukunft noch verstärken, ist Steidl sicher: „Ich bin Optimist und denke, in zehn, zwanzig Jahren wird nur noch 100 Prozent Bio angeboten.“

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Dieser Inhalt wurde von der „Presse“-Redaktion in Unabhängigkeit gestaltet. Er wurde mit finanzieller Unterstützung von der REWE Group ermöglicht.


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