Anhänger des türkischen Präsidenten auf dem Taksim-Platz in Istanbul nach dem Putschversuch 2016.
Geste und Politik

Politische Handzeichen: Vom Doppeladler bis zu Erdoğans Rabia-Geste

Über den türkischen Wolfsgruß und den Doppeladler, den vom IS benutzten Tauhid-Gruß, die drei Finger des Herrn Strache oder die Faust: Wie mit der Hand politische Zugehörigkeit bezeichnet wird.

Der rechtsextrem-nationalistische türkische Wolfsgruß, der derzeit wieder für Diskussionen sorgt, ist als politisches Symbol in der Türkei seit dem späteren 20. Jahrhundert verbreitet. Die Ideen dahinter sind freilich älter, wie die hinter allen nationalistischen Bewegungen in Europa. Europäische Turkologen waren es, die geprägt von Nationalbewegungen und Rassenideen des 19. Jahrhunderts am Ende desselben die Idee einer turaniden Rasse in die Welt und vor allem in den Osmanischen Vielvölkerstaat gesetzt haben. Von da spannt sich ein Bogen über die Turanisten-Bewegung in den letzten Jahrzehnten des Osmanischen Reichs bis zu den extremen Nationalisten der 1970-Jahre, der Ülkücü-Bewegung bzw. den „Grauen Wölfen“ (bezeichnet nach einer Legende, denen zufolge das türkische Volk von einem Wolf abstammt); und zu ihrem Gruß, der sich weit über die politisch aktive Szene hinaus als Gesinnungs- und Zugehörigkeitszeichen verbreitet hat.

Aus dem Ex-Jugoslawien der 1990er: Drei-Finger-Gruß und Doppeladler

Weit jünger sind die Handzeichen aus dem Raum des ehemaligen Jugoslawien, denen man auch bei dieser Fußball-EM begegnet ist: der serbische Drei-Finger-Gruß und der albanische Doppeladler-Gruß. Sie verbreiteten sich in den 1990er-Jahren, im Zuge der Staatsbildungen und der nationalen und ethnischen Konflikte nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens.

Ein Albanien-Fan zeigt am 24. Juni bei der Fußball-EM den Doppeladler.
Ein Albanien-Fan zeigt am 24. Juni bei der Fußball-EM den Doppeladler.
IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler

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