Luxusimmobilien

Haus im Weingebiet: Der Hype macht vorerst Pause

Selbst Toplagen wie die Wachau bleiben nicht gänzlich unberührt von der Immobilienkrise.
Selbst Toplagen wie die Wachau bleiben nicht gänzlich unberührt von der Immobilienkrise.Getty Images
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Viele Jahre wurde in Österreichs angesagten Weinregionen fast alles verkauft, was einen Blick über die Hügel oder zumindest in die Reben hatte. Derzeit wird bei diesen Immobilien genauer hingesehen – das tut den Preisen gut.

Eine geraume Zeit lang schwappte ein großer Hype über Immobilien an den Weinstraßen. Besonders für Anwesen in Grün-, Aussichts- und Ruhelagen wurden hohe Preise erzielt. Gab es gar noch ein historisches Relikt wie ein Kellerstöckl, kletterten sie noch höher. Ob diese Zeiten vorbei sind, wird man sehen, zumindest machen sie aber erst einmal Pause.

Denn wie in so vielen Segmenten herrscht auch in den Weinreben Stillstand – von wenigen Ausnahmen abgesehen. „Was in den letzten sechs Monaten auf den Markt gekommen ist, ist auch noch da“, berichtet Angela Pittner, Inhaberin von Südburgenland Immobilien. „Es gibt wenig Angebot, und das, was da ist, wird nicht verkauft.“

Stagnation im Südburgenland

Wie überall in Österreich hat das mit den strengen Finanzierungsregeln zu tun: Die Hälfte der Käufer fällt dadurch weg, die andere wartet auf bessere Preise. Eine Erwartung, die sich zwar hier so wenig in dem erhofften Ausmaß wie in anderen Segmenten und Regionen erfüllt hat, „aber die Verkäufer sind zumindest ein bisschen vernünftiger und sanfter in der Preisgestaltung geworden“, meint Pittner. Vor der Immobilienkrise habe es manches gegeben, das völlig überzogen eingepreist war. Diese Objekte seien jetzt wieder weg vom Markt, weil sie nicht verkäuflich waren.

Zu haben sind jetzt der eine oder andere Arkadenhof und manch schöne Aussichtslagen, die sich aber im relativ spät entdeckten Südburgenland eher in der gehobenen Mittelklasse befinden und bis zum Luxusobjekt noch ein paar Aufwertungen gebrauchen können. „Die Preise dafür liegen bei einer guten halben Million“, so Pittner. „Für wirkliche Luxusobjekte, etwa aus kanadischem Vollholz, müssen bis zu 800.000 Euro veranschlagt werden.“ Wer nur den Grund kaufen möchte, ist in den meisten Dörfern der Region mit rund 20 Euro pro Quadratmeter dabei. Wenn er fußläufig zu einer der Thermen sein soll, können 150 bis 200 Euro fällig werden.

Nachfrage in der Wachau

Wer in den klassischen Toplagen in Sachen Weinstraße auf die Suche nach Immobilien geht, muss sich dagegen auch weiterhin nach der Decke strecken – und auch gegen Mitbewerber aus dem Ausland durchsetzen. Etwa in der Wachau (NÖ), wo in Dürnstein ein Projekt in den Weinbergen Käufer aus Italien, Rumänien, Bulgarien, aber auch dem arabischen Raum anzog, wie Stefan Tiefenbacher, Besitzer von Remax Balance in Krems, berichtet: „Die Objekte waren schnell verkauft.“ Nur eines der zwei Doppel- und vier Einzelhäuser, die auf Wunsch mit dem ­Nutzungsrecht eines 40 Jahre alten Grüner-Veltliner-Weingartens verge­ben wurden bzw. werden, ist noch um knapp 900.000 Euro zu haben.

Grundsätzlich sei aber auch in einer Region wie der Wachau mit der Krise alles schwieriger geworden, für alte Winzerhäuser finden sich allerdings nach wie vor Käufer. „Für Liebhaberobjekte gibt es einen Markt“, ist Tiefenbacher überzeugt. Vereinzelt werden diese auch angeboten, sind dann aber entsprechend schnell verkauft. Einer der Gründe dafür: Die Immobilienpreise sind in der Region zwar nicht dramatisch zurückgegangen, wie von vielen gehofft, „aber sie sind jetzt zumindest nicht mehr überzogen“, berichtet der Makler.

Vernunft in der Südsteiermark

Auch in der Südsteiermark ist die Situation ähnlich, wie Peter Hack erzählt. Hier gelinge der Verkauf von hochpreisigen Objekten in den Weinbergen, anders als zu den Zeiten des Hypes, im Moment nur dann, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis passt. „Dabei geht es neben den Klassikern wie Allein-, Ruhe- und Aussichtslagen auch um die Baufläche“, erklärt der Makler. Denn im Freiland dürfe man die Baufläche dessen, was bereits auf dem Grund steht, verdoppeln – weshalb im Zweifelsfall größere Häuser auch dann kostbar sein können, wenn sie weder optisch noch vom Standard her dem entsprechen, was man eigentlich mitten in den Reben bewohnen möchte.

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