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Maklerprovision: Immo-Branche will Mieter wieder zahlen lassen

Seit Juli 2023 können sich Wohnungssuchende im Normalfall die Maklerprovision sparen.
Seit Juli 2023 können sich Wohnungssuchende im Normalfall die Maklerprovision sparen.Getty Images
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Ein Jahr nach Inkrafttreten stellt der Immobilien-Fachverband der WKO erneut das Bestellerprinzip infrage und möchte die Maklerprovision für Mieter wieder einführen.

Die Immobilienbranche hängt der für Mieter abgeschafften Maklerprovision nach, diese ist im Juli 2023 gefallen. Seither gilt auf dem Mietwohnungsmarkt das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, muss diesen auch bezahlen. Im Normalfall sind das die Vermieter, Wohnungssuchende sparen sich somit bares Geld.

Die Bilanz nach einem Jahr Bestellerprinzip fällt unterschiedlich aus: Mieterschützer und Arbeiterkammer sehen die Entlastung der Mieter, während der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer „die sofortige Rücknahme des Bestellerprinzips bei Mietverträgen“ fordert. Obmann Gerald Gollenz begründet dies mit dem darniederliegenden Immobilienmarkt. Er hofft auf neue politische Konstellationen nach der Nationalratswahl.

Wiener Fachgruppenobmann Michael Pisecky begründet die Forderung mit zuletzt steigender Nachfrage auf dem Mietwohnungsmarkt, die für Makler „enormen Arbeitsaufwand ohne sichere Honorierung“ bedeuten wür­de, also deutlich mehr Anfragen und Besichtigungen. Dem gegenüber stünden durch die Inflation gestiegene Personal- und Werbekosten, die besonders Maklern auf dem Land das wirtschaftliche Vermitteln von Wohnungen deutlich erschweren würden.

Generell kämpft die Immobilienbranche seit einiger Zeit mit dem Abschwung auf dem Wohnungsmarkt, das hohe Zinsniveau hat dem Bauboom in Österreich voriges Jahr ein jähes Ende beschert. Um der Branche wieder auf die Beine zu helfen, hat der WKO-Fachverband Vorschläge: Dazu zählen neben der Wiedereinführung von Maklerprovisionen für Mieter auch bessere Rahmenbedingungen für Sanierungen. Zudem sollen die Baunormen durchforstet werden: So würden etwa die Stellplatzverpflichtungen in Wien zum Bau vieler teurer, aber nicht ausgelasteter Tiefgaragen führen. (APA/red.)

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