Festspiele Reichenau

Ein Teufel im groben Nestroy-Spiel: „Lumpazivagabundus“ in Reichenau

In Zwirns Modesalon dominieren die Polka Dots: Brigitte Kren (Signora Palpiti), Johannes Deckenbach (Herr von Windwachl), Elisabeth Schwarz (Laura), Florian Carove (Zwirn), Veronika Glatzner (Camilla).
In Zwirns Modesalon dominieren die Polka Dots: Brigitte Kren (Signora Palpiti), Johannes Deckenbach (Herr von Windwachl), Elisabeth Schwarz (Laura), Florian Carove (Zwirn), Veronika Glatzner (Camilla).Lalo Jodlbauer
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Robert Meyer ist ein wunderbarer Schuster Knieriem. Doch als Regisseur lässt er seine Kollegen vom „liederlichen Kleeblatt“ allzu plump und derb spielen. So entsteht eine wenig subtile Nestroy-Interpretation. Immerhin mit Lumpazi als mondänem Teufel.

Die Welt steht, wir wissen’s aus Nestroys „Lumpazivagabundus“, auf kein’ Fall mehr lang. Für diese These spricht auch die Tatsache, dass in Wien kaum mehr Nestroy gespielt wird. Er habe davor „Manschetten“, bekannte Kay Voges, Direktor des Volkstheaters, wo Nestroy lange quasi daheim war, kurz nach Amtsantritt ehrlich. Man war froh über diese Phobie, wenn man erlebte, was weniger furchtsame Theatermacher in jüngster Zeit mit Nestroy anstellten, von „Höllenangst“ auf Futuristisch-Kärntnerisch bis zum intersektionalen „Häuptling Abendwind“, wir wollen darüber nicht reden, Scheitern muss im Kleintheater möglich sein.

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