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„House of the Dragon“ Staffel 2, Folge 4: Tief fliegende Drachen

Aemond (Ewan Mitchell) wartet einfach ab
Aemond (Ewan Mitchell) wartet einfach abHBO/sky
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Episodenblog. Recht straff kommt die vierte Folge der zweiten Staffel, „A Dance With Dragons“, daher, auch recht düster. Aemond tut, was Aegon tun sollte.

„House of the Dragon“, Staffel 2, Folge 4:

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Achtung: Spoiler!

Wenn eine Folge schon „A Dance With Dragons“ heißt, weiß man als Westeros-Beobachterin Bescheid: Nun werden die Drachen losgelassen. Tatsächlich baut sich die Folge (Drehbuch: Ryan Condal, Regie: Alan Taylor) recht bald recht deutlich zu einem Endkampf auf – erstaunlicherweise nicht nur zwischen zwei, sondern drei Drachen bei einer Burg namens Rook‘s Rest. Die vielen Gespräche von Rhaenys und Corlys über ihre potenziellen Erben bekommen nun mehr Sinn: Immer gut, wenn die Angelegenheiten geregelt sind, wenn man auf einem Drachen in den Krieg fliegt.

Der „Tanz“ selbst ist so eindrucksvoll wie brutal inszeniert. Hier wurde viel Geld für CGI ausgegeben. Rhaenys fliegt also mit Melys nach Rook‘s Rest, wo Criston Cole, der schlauer ist, als er aussieht, ihr eine Falle gestellt hat. Doch diese schlägt anders zu als erwartet. Aemond mit Vhagar, versteckt im Wald, sieht den unvernünftigen und betrunkenen König Aegon mit Sunfyre auf die Burg zufliegen. Und eilt ihm nicht zur Hilfe. Sondern wartet ab. Familienstreit auf passiv-aggressiv.

Ironischerweise tut Aemond damit genau das, was Mutter Alicent seinem Bruder geraten hat, als er sich über mangelnde Anerkennung beschwert hat. „Do simply what is needed of you: nothing“, sagte sie zu ihm. Aemond sieht also zu, wie der Drache seines Bruders zerfleischt wird – und hat mit Rhaenys und der verletzten Melys anschließend eigentlich leichtes Spiel. Ich werde die überlegte Rhaenys, dargestellt von Eve Best, vermissen. Ob Aegon überlebt? Wirkt so. Es hat etwas Berührendes, dass sich sein sterbender Drache um ihn herum drapiert hat, wie ein Schutzwall.

Sie wird vermisst werden: Eve Best als Rhaenys
Sie wird vermisst werden: Eve Best als RhaenysHBO/Sky

Wer stirbt am Ende von Folge acht?

Dass dieser „Tanz“ in Folge vier und damit genau bei der Hälfte der Staffel stattfindet, weist auf die Struktur der Serie hin: Das hat sie in Staffel eins gut hinbekommen, wo die zweite Hälfte mich mehr fesselte als die erste. Ich erwarte mir auch hier nun einen großen Spannungsbogen. Worin der enden wird? Vermutlich in dem Tod einer Hauptfigur. Ich tippe auf Aemond und/oder Daemon.

Harrenhal macht Daemon zunehmend verrückt, vielleicht ist es auch die Hexe Alys Rivers, deren Trank er – unhinterfragt – trinkt. Scheint eine schreckliche Burg zu sein, mit vielen zerstrittenen Häusern rundherum. Die „Träume“ und Wahnvorstellungen, die Daemon hier hat, sind ziemlich sprechend. Ich bin gespannt, ob hier noch deutlicher auf „Game of Thrones“ angespielt wird.

Daemon trinkt den Tee der Hexe Alys Rivers
Daemon trinkt den Tee der Hexe Alys RiversHBO/Sky

Es geht um mehr als den Thron

Das „Lied von Eis und Feuer“ dient Rhaenyra und der Serie insgesamt als Rechtfertigung für all die großen und kleinen Grausamkeiten in diesem Geschwisterkrieg. Nicht „for a crown alone“ werden diese Taten begangen, erklärt Rhaenyra ihrem Kronprinzen Jacaerys Velaryon, sondern weil man ein „protector“ sei und das Reich vor einem „common foe“ beschütze … die White Walker natürlich. Diese Anspielungen erinnern mich nur leider immer an die schwachen Seiten von „Game of Thrones“, die Schlacht in Staffel acht, die auf vielen Ebenen enttäuschte.

Rhaenyra jedenfalls wirkt noch reichlich unterfordert in dieser Staffel, und im Krieg als deutlicher Underdog. Vielleicht sollte sie ihr Council auch einmal auf Schiene bringen, lauter meckernde alte Männer. Ich vermisse jemanden vom Format Otto Hightowers.

Seine Tochter sicher auch. Seltsam, wie unvorsichtig Alicent in mancher Hinsicht ist, vor allem mit Lord Larys. Sie lässt sich „Moon Tea“ bringen, „für eine Bekannte“. Der Sex mit Cole hatte also Folgen. Aber dann lässt sie das leere Häferl des Abtreibungsgebräus herumstehen, wenn Larys sie besucht? Dieser Mann sollte besser nicht um ihre Schwächen wissen. Oder war das Absicht, weil die von ihm kontrollierten Handmaidens eh wissen, wenn ihre Blutung ausbleibt? Wer spielt da wen aus?

Random Beobachtungen:

Vhagar: Diese alte Riesendrachendame wirkt unbesiegbar. Es sei denn, jemand nutzt es aus, kleiner und wendiger zu sein …

Drachenblut ist toxisch wie Säure. Dieser Effekt wird ein bisschen willkürlich eingesetzt, die Reiter:innen sind davon nie betroffen.

Wer ist dieser Alyn Hull, Corlys‘ Retter, nun in Wirklichkeit? Sein unehelicher Sohn (geht sich das altersmäßig aus)? Der Sohn eines Königs?

Zitate der Woche:

Alys Rivers (deren Name sie als Bastard ausweist) zu Daemon: „Once you‘ll get to know me, you‘ll find I‘m not so bad“.

Alicent zu Aegon: „Do you think that simply wearing a crown imbues you with wisdom?“

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