Kommentar

Einen Starmer-Effekt wird es für die SPÖ nicht geben

Andreas Babler und Hans Peter Doskozil.
Andreas Babler und Hans Peter Doskozil. APA / Comyan / Helmut Fohringer
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Das linke Experiment hat die Labour Party schon hinter sich. Die SPÖ ist mitten drinnen. Der ÖVP könnte sie damit das Tory-Schicksal ersparen.

Die Genossen hatten die Wahl. Zwischen – im parteinternen Raster – einem Kandidaten der Rechten, einer Kandidatin der Mitte, einem Kandidaten der Linken. Der Kandidat der Rechten, Hans Peter Doskozil, gewann die Mitgliederbefragung. Das Establishment der Partei, die Delegierten des Parteitags, reihte dann jedoch den Kandidaten der Linken, Andreas Babler, vor. Kann man natürlich machen, wenn einem die ideologische Ausrichtung der Partei wichtiger ist als strategische Überlegungen im Hinblick auf die nächste Wahl.

Die britische Labour-Party hat das schon hinter sich. Jeremy Corbyn, ebenso begeistert vom linken Flügel seiner Partei getragen wie Babler nun von jenem seiner, schaffte es in zwei Anläufen nicht, die Parlamentswahl zu gewinnen. Beim ersten Mal gab es Zugewinne, die ihn im Amt hielten. Bei Babler könnte es ähnlich sein.

Mit Keir Starmer hat die Labour Party nun einen Erdrutschsieg gefeiert. Der Mann wird als eher farblos, aber als solider politischer Arbeiter beschrieben, als Mann der politischen (linken) Mitte jedenfalls. Ob ihn mehr als die Leidenschaft für den Fußball mit Andreas Babler verbindet, wird man dann noch sehen. Einen zwingenden Starmer-Effekt wird es für die SPÖ wohl nicht geben. Dafür sind die Protagonisten an der Parteispitze und ihre Ausrichtung zu unterschiedlich.

Die ÖVP ist an der Macht ähnlich ausgelaugt wie die britischen Tories. Die Chance für einen Machtwechsel ist für die SPÖ so groß wie lange nicht mehr. Wenn sie sie vertut, ist sie selbst schuld. Sie hatte die Wahl.

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