Studie

Macht Chat GPT die besseren Witze?

Comedians (im Bild: Amy Schumer) drohe durchaus ernsthafte Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz, glauben die Studienautoren.
Comedians (im Bild: Amy Schumer) drohe durchaus ernsthafte Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz, glauben die Studienautoren.Imago / John Angelillo
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Eine Studie wollte herausfinden, ob Chat GPT auch Humor generieren kann.

Kann eine von Natur aus völlig emotionslose Künstliche Intelligenz eigentlich Humor herstellen? Kann sie womöglich sogar Lustigeres Produzieren als menschliche Witzbolde? Dieser Frage gingen Drew Gorenz (nicht ganz uneigennützig, ist er doch selbst Amateurkomiker) und Norbert Schwarz von der University of Southern California (USC) in einer zweiteiligen Studie zum Thema „How funny is Chat GPT?“ nach, in der das Forscherteam menschliche und KI-generierte Witze miteinander verglich.

Für den ersten Teil der Studie wurde Chat GPT mit Schlagzeilen des US-Satiremagazins „The Onion“ („Die Zwiebel“) gefüttert. „Joe Biden versucht, auf dem Rasen vor dem Weißen Haus sein eigenes Grab zu schaufeln“, „Entferntes Gerüst von Notre Dame enthüllt: Bautrupp hat versehentlich eine Moschee gebaut“ oder: „Kritik an Taylor Swift, weil sie ihr Flugzeug im Leerlauf auf zweiter Spur vor einem Geschäft geparkt hat“, heißt es etwa aktuell auf der Website des Magazins, das seit 1988 das Newsgeschehen humoristisch aufs Korn nimmt.

Dann wurde Chat GPT aufgefordert, eigene Schlagzeilen im Stil des „Onion“ zu entwerfen, die dann vermischt mit den Originalen von 200 Laien bewertet wurden. Die kamen zu dem Schluss, dass Chat GPT genauso lustig titeln konnte wie die professionelle Redaktion des Satiremagazins.

70 Prozent fanden KI lustiger

Im zweiten Teil der Studie wurden 105 Freiwillige gebeten, ihre Sprachgewandtheit zu erproben: Sie sollten sich witzige Akronyme überlegen, einen Lückentext mit Füllwörtern ergänzen und sich von einem unangenehmen fiktiven Szenario zu amüsanten Kommentaren inspirieren zu lassen. Das Gleiche sollte auch der Chatbot bewerkstelligen, der mit Textdokumenten trainiert wird. Weil Comedy und Satire sich normalerweise an Laien wende, habe man auch diese Ergebnisse solchen zum Vergleich vorgelegt, heißt es im Artikel zur Studie, der im Fachjournals „PLoS One“ erschienen ist. Ein neues Sample aus 200 Personen bewertete die Lustigkeit von insgesamt 945 menschlichen und KI-generierten Antworten auf einer Skala von „überhaupt nicht lustig“ bis „sehr lustig“. 70 Prozent der Befragten fanden die KI lustiger.

Die Studienautoren folgern daraus, dass es einerseits keiner Emotionen bedarf, um einen guten Witz zu erfinden. Und dass sich andererseits Comedy-Schreiber Sorgen um ihre Beschäftigung machen sollten. Denn Comedy gehört - zumindest in den USA - zu den hochdotierten Disziplinen der Unterhaltungskunst. Gorenz und Schwarz verweisen unter anderem auf einen Artikel des „Hollywood Reporter“, wonach Chris Rock für seine Rückkehr als Stand-up-Comedian von Netflix 20 Millionen Dollar pro Show bekommt. Das sei ein neuer Höchstwert und „vermutlich mehr“ als Comedy-Stars wie Louis C.K., Jerry Seinfeld oder Amy Schumer bekämen.

In Hollywood kursiert die Angst vor der KI

Ist es mit solchen Gagen bald vorbei, wenn Chatbots ähnliche Leistungen erbringen können? In Hollywood wurde bereits gegen die existenzielle Bedrohung von Filmautoren und Schauspielern durch Künstliche Intelligenz gestreikt. Gorenz und Schwarz jedenfalls halten auch die Entstehung von komplett virtuellen Komikern - mit KI-generierten Inhalten und Stimmen - für möglich. (Apa/red.)

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