Übernahme

Addiko steckt endgültig im Serbien-Patt fest

Alta Pay, Agri Europe und NLB haben ein Auge auf die Ex-Hypo-Bank Addiko geworfen. Doch eine Übernahme bleibt unrealistisch.
Alta Pay, Agri Europe und NLB haben ein Auge auf die Ex-Hypo-Bank Addiko geworfen. Doch eine Übernahme bleibt unrealistisch.Oliver Bunic/Bloomberg
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Im Übernahmekampf um die Ex-Hypo-Bank hat sich der serbische Investor Alta Pay zu einer essenziellen Entscheidung durchgerungen, die kaum mehr Spielraum für eine Übernahme zulässt. Addiko droht eine höchst unangenehme Hängepartie, die die Bank um alles vermeiden will, aber nicht kann.

Die Addiko Bank erhielt am Montag eine Mitteilung, die eine neue Dynamik in den Übernahmekampf um die Ex-Balkan-Banken der Hypo Alpe Adria bringt. Die in Osteuropa erfolgreiche Bank mit Sitz in Wien erregte die Aufmerksamkeit von gleich drei Investoren. Zwei davon haben bereits ein Angebot gelegt.

Doch der Dritte im Bunde, der serbische Geschäftsmann Davor Macura, der mit der Alta-Pay-Gruppe agiert, hielt sich noch zurück. Denn es stand noch die Erlaubnis aus, überhaupt mehr als zehn Prozent der Bank erwerben zu dürfen. Mit damit einhergehenden intensiven Prüfungen – unter anderem über die Herkunft der Finanzmittel.

Alta Pay zieht Antrag zurück

Laut „Presse“-Informationen wurde Alta Pay von der EZB signalisiert, dass die Chancen für eine Absegnung schlecht stehen. Macura zog die logische Konsequenz und den Antrag zurück. Das wurde nun zu Beginn der Woche bekannt. „Die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat der Addiko Bank AG heute mitgeteilt, dass Alta Pay Group d.o.o. ihren Antrag auf Nichtuntersagung des Erwerbs einer qualifizierten Beteiligung von mindestens zehn Prozent an der Addiko Bank AG zurückgezogen hat“, heißt es in einer Aussendung von Addiko.

Dennoch hat sich an der Situation für Addiko wenig geändert. Macura hält noch immer knapp zehn Prozent der Bank-Anteile und mit zusätzlichen Optionen (siehe Grafik) die Mehrheit. Hält man 30 Prozent der Anteile, wird eigentlich ein Pflichtangebot fällig, doch Macura weicht dem über Optionen aus.

Macura als Königsmacher im Übernahmekampf

Daraus ergeben sich nun drei Möglichkeiten. Entweder kommt es zum sogenannten Tendern. Somit würde er seine Anteile einem der zwei Interessenten anbieten. Im Spiel sind der serbische Unternehmer Miodrag Kostić und sein Sohn, die hinter der Agri Europe stehen und als Erste ihre Übernahmepläne im März öffentlich gemacht hatten.

Das Konkurrenzangebot kommt von Nova Ljubljanska Banka (NLB) aus Slowenien, die zu 25 Prozent dem slowenischen Staat gehört und sich ein Ticket für den kroatischen Markt über die dort aktive Addiko sichern will. Macura wäre damit Königsmacher in dem Übernahmespektakel.

Doch Macura hat für seine Optionen laut „Presse“-Informationen viel Geld auf den Tisch gelegt. Es ist unklar, ob er mit einem Verkauf besser aussteigt. Außerdem will er Einfluss und einen Fuß in einer Bank der Eurozone. Somit ergibt sich als zweite Möglichkeit, die Anteile an Nahestehende zu verkaufen und weiterhin den Daumen auf der Bank zu lassen.

Addiko droht Aushöhlung

Die Aushöhlung des operativen Handlungsspielraums der Bank gilt wohl als größte Sorge. Schließlich möchte man im Aufsichtsrat handlungsfähig bleiben. Macura könnte über diesen Weg die Mehrheit der Aktien kontrollieren und so auch eine Person im Aufsichtsrat platzieren. Bisher hat er für seine Optionen keine Stimmrechte.

»Ich werde nie verkaufen.«

Davor Macura,

Alta-Pay-Eigentümer

Oder: Der serbische Geschäftsmann, der als Wechselstubenbetreiber begann, könnte seine Aktien und Optionen einfach behalten. Das ist offenbar auch sein Vorhaben. „Ich werde nie verkaufen“, sagte Macura der „Presse“.

Damit bleibt eine Übernahme von Kostić oder NLB, die 75 Prozent anstreben, rechnerisch ausgeschlossen. Ein unlösbares Patt, dem das Management um CEO Herbert Juranek und Finanzchef Edgar Flaggl vorerst ausgeliefert ist.

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