Man nehme einen Klein- Lkw, fahre damit quer durch die Fußgängerzone der Wiener Innenstadt und räume die Auslage eines Juweliers aus, der bereits zwei Tage zuvor überfallen wurde. Was klingt wie das Drehbuch eines schlechten Films, wurde am Sonntagmorgen Wirklichkeit. Weder beim ersten noch beim zweiten Überfall mitten im Herzen von Wien war die Polizei rechtzeitig zur Stelle.
Natürlich kann nicht jedes Verbrechen verhindert werden. Aber während die Kriminalität steigt, Überfälle auf Geschäfte auf der Tagesordnung stehen, lässt die Polizei-Präsenz stark zu wünschen übrig. Gerade die Art des Überfalls vom Sonntag zeigt, wie viel Respekt Verbrecher vor der Polizei haben: keinen.
In dieser Situation darf man als absolutes Minimum erwarten, dass die Polizei als Reaktion Flagge zeigt. Doch von den Rayonsinspektoren, die nach großer Ankündigung als "Grätzel-Polizisten" durch Patrouillen die Straßen Wiens sicherer machen sollten, ist nichts zu sehen; weil diese keine Zeit dafür haben, es zu wenig Kriminalbeamte gibt.
Diese Situation erschüttert das Vertrauen der Bevölkerung in den Sicherheitsapparat. Zumal die Osterweiterung die Sicherheitssituation nicht gerade verbessern wird. Hier muss dringend gegengesteuert werden. Verlieren Verbrecher den Respekt vor der Polizei, werden andere Banden förmlich eingeladen, nach Wien zu kommen.