Mazda3: Flotter Dreier, japanische Art

Mit sportlichem Touch wollen die Japaner die Golfklasse aufmischen.

Sechs minus eins ist drei. Das ist japanische Arithmetik, und das ist gut so. Dass diese Rechnung aufgeht, beweist Mazda. Der 6er beschert dem Konzern europaweit Zuwächse, dass es den Managern die Freudentränen in die Augen treibt. Und eine Klasse darunter entwickelt sich der kürzlich in Österreich eingeführte 3er ebenfalls prächtig.

Doch die Zeiten werden härter. Der kompakte Japaner muss sich nun gegen den neuen Golf und bald gegen die nächste Generation von Opel Astra und (im Herbst) Ford Focus behaupten. Von den anderen Konkurrenten, die sich in der heiß umkämpften Golf-Klasse tummeln, ganz zu schweigen.

Aber der Mazda3 ist bereit. Mit dem Gesicht seines Bruders, das nun die gesamte neue Mazda-Palette ziert, steht er geduckt und bereit zum Angriff am Asphalt. Die bullige Form, kombiniert mit der sportlich hochgezogenen Seitenlinie wirken wie geballte Aggressivität. Die recht direkt ausgelegte Lenkung und kräftigen Bremsen unterstreichen das.

Wer glaubt, den betont sportlichen Charakter des 3ers mit Defiziten beim Komfort zu bezahlen, der irrt. Der Innenraum ist großzügig ausgelegt und bietet fünf Personen ausreichend Platz. Grundlage dafür ist eine Länge von 4,42 Meter, die den Mazda3 zu dem größten Kompakten macht. Die Sitze sind nebenbei auch überraschend bequem und geben beim Kurven durch verwinkelte Bergstraßen genügend Seitenhalt.

Apropos Kurven. Hier ist der 3er voll in seinem Element. Das neue Fahrwerk mit Multilink-Einzelradaufhängung krallt sich verbissen in den Asphalt und zieht die Spur kompromisslos (bis zu den Grenzen der Physik) durch. Der Tanz um die Kurven wird durch das agil-neutrale Handling fast zur Sucht.

Wer aber den besonderen Kick sucht, kann das Stabilitätsprogramm DSC (erhältlich in den höheren Ausstattungsstufen) auch abschalten. Vor allem, da es sich in der Praxis recht früh einmischt.

Überraschend fiel im Test auf, dass das Fahrwerk nicht diese kompromisslose Härte aufweist, die man auf den ersten Blick vermuten würde. Und das ist durchaus positiv gemeint. Die Ingenieure haben beim 3er vielmehr eine sehr gute Mischung zwischen Härte und Komfort gefunden. Also einen komfortablen, straff-sportlichen Kurvenflitzer. Nur gelegentlich schlagen Unebenheiten oder Löcher direkt aufs Kreuz.

Damit aus dem Flitzer kein Kriecher wird, verpasste Mazda dem 3er ein absolut würdiges Triebwerk. Der 1.6-Liter-Benziner, der sich dem „Presse“-Test stellte, setzt seine 105 PS kraftvoll auf die Straße. Aus dem Drehzahlkeller geht es energisch über das (knackige, eher kurz gestufte) Getriebe bis zu Autobahn-Geschwindigkeiten, bei denen der 3er noch immer mit einem guten Durchzug imponiert. Ohne einen Blick in den Zulassungsschein würde man dem 1.6-Liter-Benziner emotional deutlich mehr PS zuschreiben.

Beim Thema Sicherheit lässt Mazda auch nichts anbrennen. Neben den üblichen Fahrer/Beifahrer-Airbags wurden auch die Seitentüren mit diesem Schutz ausgestattet. Andere Dinge wie ABS und Bremsassistent sind in dieser Klasse selbstverständlich.

Wenig Verständnis gibt es beim Einpacken. Der größte der Kompaktklasse besitzt einen der kleinsten Kofferraume. Nur 300 Liter (ohne umgeklappte Sitze) passen ins Heck. Die kompakte Konkurrenz bietet dagegen 350 bis 400 Liter an.
Fazit: Der Evolutionsschritt vom 323 zum 3er ist überzeugend. Der Japaner gibt sich optisch und technisch (Motor/Fahrwerk/Getriebe) in Bestform und präsentiert sich als attraktive Alternative der Kompaktklasse. Das (im Vergleich) bescheidene Ladevolumen trotz der großen Außenmaße trübt den positiven Eindruck etwas; beim kritischen Blick auf die Preis/Ausstattungsliste kann der 3er (im Vergleich zur Konkurrenz) wieder voll punkten.
Übrigens: Den perfekten Schliff für Österreich erhält der 3er im März. Dann wird der kommt der 110-PS-Diesel am Markt.

Daten:

Mazda Sport 1.6i
Preis: ab 16.590 Euro
Motor: 1.6-Liter-Benzin
Spitze: 182 km/h
Leistung: 105 PS
Drehmoment: 145/4000 U/min
Verbrauch: 7,2 Liter/100 km

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