Saab 9-3 Cabrio Aero: Sonnenkönig von Schweden

Können Nordländer überhaupt gute Cabrios bauen? Ein klares Ja – weil sie sich mehr als andere nach warmen Sonnenstrahlen sehnen.

Es gibt auch noch sommerlich-schöne Tage in diesem Sommer. An denen nimmt man am besten einen kühlen Schweden und genießt die warmen Sonnenstrahlen. Wie beim Saab 9-3 Cabrio. Die neueste Generation des offenen 9-3er bezeichnet Saab selbstbewusst als „Das Cabrio­let“, weil es in der Stadt eine ebenso gute ­Figur machen soll wie auf Bergstraßen – und das ganzjährig.

Das Design des in Österreich gebauten Schweden hebt sich angenehm von der Alltagskost ab: Wuchtige Frontschürze, bullige Front, mächtiges Erscheinungsbild – ein Auto für Individualisten.

Mächtiger Antrieb unter der Haube

Im Inneren gibt sich der Saab spartanisch. Schwarzes Plastik zieht sich durch das Cockpit; unterbrochen nur von ein paar aluminiumfarbenen Applikationen. Damit kein Missverständnis entsteht: Das Material ist robust und gut verarbeitet. Aber bei einem Cabrio, das in der höchsten Ausstattungsstufe Aero immerhin 48.050 Euro kostet, erwartet man sich mehr optischen Luxus. Wer das haben will, muss 185 Euro für ein Pappelholzinterieur drauflegen. Das gibtÂ’s aber nur in Verbindung mit einem Leder/Holzlenkrad, für das wieder 100 Euro extra bezahlt werden müssen. Ledersitze, Sitzheizung, Sportlenkrad, Klimaautomatik für Fahrer/Beifahrer und ein beleuchtetes/gekühltes Handschuhfach mit viel Platz werden aber serienmäßig mitgeliefert.

Was noch im Inneren auffällt: Das Cockpit ist klar und übersichtlich gegliedert – nur die Mittelkonsole schert aus der Reihe. ­Eine ­Unzahl von Tasten erschwert die ­Orien­tierung. Vor allem, wenn noch das (aufpreispflichtige) Navigationssystem eingebaut ist.

Dem „Presse“-Test stellte sich das schwedische Cabrio mit dem mächtigsten Motor: dem Zwei-Liter-Turbo-Benziner, der 210 PS bei einem Drehmoment von 300 Nm liefert. Damit diese Kraft unter Kontrolle gehalten wird, spendiert Saab ESP, Kurvenbremskontrolle, mitlenkende Hinterachse, Sportfahrwerk und Traktionskontrolle TCS serienmäßig.

Auf der Straße zeigt das schwedische Kraftpaket keine Schwächen. Dank Sportfahrwerk und feiner Abstimmung lässt sich der offene 9-3er um die Kurven wuchten, dass es eine Freude ist. So sollÂ’s bei einem Cabrio sein. Übrigens: Beim Revisieren macht sich der Aufpreis für die Einparkhilfe bezahlt. Die Übersicht nach hinten ist nicht besonders gut.

Insgesamt bietet der Saab Open-Air-Vergnügen für vier Personen, die alle ausreichend Platz finden. Pluspunkte sammelt das winterfeste Stoffverdeck, das sich innerhalb von rund 20 Sekunden öffnen/schließen lässt. Und: Das Verdeck verschwindet elegant hinter einer Klappe hinter der Rückbank und stört die Optik nicht. Ein weiterer Pluspunkt: Obwohl es sich um ein Stoffverdeck handelt, ist der Lärmpegel im Inneren erstaunlich niedrig. Leise ist­ es aber auch im offenen Zustand; Wind beziehungsweise Lärm halten sich überraschend gut in Grenzen. Leistung entwickelt der Zwei-Liter-Turbo über­ das knackige Sechsganggetriebe genug. Vom Drehzahlkeller heraus registriert man ein kleines Turboloch, dann gibt es aber einen mächtigen Zug nach vorne.

FAZIT. Sportliches Cabrio aus Schweden mit ausgiebiger Leistung, toller Straßenlage und ­einem starkem Charakter für Individualisten.

>> Daten
Saab 9-3 Cabrio Aero
Preis: 48.050 Euro
Motor: 2.0-Liter-Benziner
Leistung: 210 PS, 300 Nm
Spitze: 230 km/h
Kofferraum: bei geschlossenem Verdeck 352 Liter, offen 235 Liter
Verbrauch: laut Saab 8,9 l/100 km; in der Praxis bei ­zügiger Fahrweise etwa bis zu 12 Liter

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