Mini Cooper Cabrio: Nach oben offene Spaßskala

Der britsch-bayrische Winzling im Oben-ohne-Test der "Presse".

Geduld wird belohnt – mit Sonnenschein und jeder Menge Frischluft. Zumindest bei Mini. Denn der Kleine aus dem Hause BMW präsentiert sich im „Presse“-Test (wie heiß ersehnt) oben ohne. Und das sieht toll aus: Vorne das niedliche Mini-Gesicht, hinten der verchromte Überschlagschutz, dazwischen kein störender Überrollbügel, der das Bild trübt.

Kein echter Viersitzer

Mit seinen vier Sitzen wirkt der Kleine auf den ersten Blick wie ein waschechtes Cabrio – und nicht wie ein Roadster (was man bei dieser Größe erwarten dürfte). Im Inneren wird dieser Eindruck zurechtgerückt: Wenn sich Fahrer/Beifahrer einigermaßen Platz nehmen, ist es in der zweiten Reihe eng. Sehr eng. Und somit nur für kürzere Strecken empfehlenswert.

Tuckert man dagegen zu zweit durch die Gegend, spielt das Mini Cabrio in bequemem Ambiente einen Charakter aus, der auch seine Brüder auszeichnet: Kart-Feeling pur mit einer sehr direkten Lenkung, wobei die Pedale eine Spur zu eng beisammen sind. Die Federung ist ordentlich straff, aber gerade noch nicht zu hart, und: Durch seine feine Straßenlage (tiefer Schwerpunkt) lässt sich der Mini um die Kurven wuchten, dass es eine Freude ist – auch wenn der Weg aus dem Drehzahlkeller über die knackige Schaltung schneller gehen könnte. Die Verarbeitung ist ok, nur verschiedene Teile im Cockpit (Blinker, Griff des Handschuhfaches) wirken zu billig.

Ein Punkt schmerzt: Die Konzernmutter BMW nimmt für das Mini Cooper Cabrio 22.100 Euro, gibt aber kein Stabilitätsprogramm ESP mit.

Cabrio mit Schiebedach

Für das Verdeck haben sich die BMW-Techniker eine Besonderheit einfallen lassen. Der britische Bayer ist ein Cabrio mit Schiebedach. Drückt man den (viel zu kleinen) Knopf über dem Innenspiegel, fährt das Dach (bis 120 km/h) stufenlos etwa 40 Zentimeter nach hinten. Das ist mehr als bei einem normalen Schiebedach; der Mini sorgt bereits in diesem Zustand für ein feines Frischluftvergnügen. Drückt man den kleinen Knopf nochmals, faltet sich das Verdeck hinter den Chrom-Überrollbügel selbst zusammen. Und dann gibt es (dank der steilen Frontscheibe) ein sehr intensives Cabrio-Feeling.

Auf Knopfdruck schließt das Verdeck wieder. Dann fasst der Kofferraum wieder 165 Liter (120 Liter bei offenem Dach). Die Sicht nach hinten ist im geschlossenen Zustand aber nicht besonders gut, weshalb man gerne auf die Parkdistance-Controll vertraut.

FAZIT. Frischluft-Kart-Feeling mit jeder Menge Spaß und sauberer Verarbeitung, was allerdings seinen Preis hat.

>> DATEN
Mini Cooper Cabrio

Preis: 22.100 Euro
Motor: vier Zylinder, 1598 ccm³,­ 115 PS, 150 Nm bei 4500 U/min, 7,3 l Benzin auf 100 km im Durchschnitt
Spitze: 193 km/h
Testwagen (28.663,54 Euro) inklusive Austrian Chili-Paket (Aufpreis: 2250 Euro) und Sonderausstattung: Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Nebelscheinwerfer, Klimaanlage, Radio, Bordcomputer usw.

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