Lexus RX300: Schönheit, die von außen kommt

Frisch aufgemascherlt fordert Lexus mit der zweiten Generation des RX300 den BMW X5 und die Mercedes M-Klasse heraus.

Stil ist keine Frage des Geschmacks. Stil ist eine Frage des Charakters. Und den hat der Lexus RX300 so sicher wie das Amen im Gebet. Denn das dynamische Heck, umrahmt mit schwarzem Privacy Glass und den futuristisch anmutenden LED-Heckleuchten ist gehört sicher zu den schönsten (Rück)Ansichten der SUV-Klasse.

Was der Lexus aber nicht hat, ist eine Getriebeuntersetzung fürs Gelände oder manuelle Sperrdifferenziale – gilt es doch im SUV-Segment, im Asphaltdschungel eine gute Figur zu machen und maximal Schotterstraßen oder Feldwege unter die Räder zu nehmen.
Zu diesem Behufe wurde die Sicherheits-Elektronik im Luxus-Lexus hauptsächlich für kritische Situationen auf der Straße und leichtem Gelände entwickelt. Und das (wie im Hochpreisbereich gewohnt) mehr als ausreichend.

Die Anti-Schlupf-Regelung TRC übernimmt die Aufgabe von Differenzialsperren und verteilt das Antriebsmoment auf alle vier Räder. Sie ist ebenso serienmäßig wie das Stabilitätsprogramm VSC. Falls doch etwas passiert, gibt es neben den Standard-Airbags auch Seiten, Kopfairbags vorne und hinten bzw. einen Fahrer-Knieairbag.

Was zeigt der Nobel-Japaner, der dem BMW X5, der Mercedes M-Klasse & Co das Leben schwer machen soll, sonst? Im Inneren eine stilvolle Optik in Sandbeige mit edlen Holzapplikationen , feiner Verarbeitung und silbernen Lüftungsschlitzen, die sich beim Hinsehen aber als Kunststoff und nicht als gebürstetes Alu erweisen.

Nach einer kurzen Drehung am Zündschlüssel hört man erst mal nichts. Ein Druck auf das Gaspedal zeigt aber, dass der Motor läuft. Zufrieden wird registriert, dass Lärmdämmung und Laufruhe (wie in dieser Klasse gefordert) exzellent sind. Das bestätigt sich später auf der Autobahn, wo Windgeräusche kaum wahrnehmbar sind.

Grundsätzlich liegt der Lexus für einen SUV recht gut am Asphalt. Die weiche Abstimmung für den US-Markt bedingt eine alte SUV-Krankheit: Bei raschen Lastwechsel beginnt die Karosserie zu arbeiten. Zwar fällt es nicht so stark aus wie in billigeren Klassen, es reicht in diversen Situationen aber für ein ungutes Gefühl.

Apropos Fahrverhalten: In der Top-Version (66.259,20 Euro) kann das Fahrwerk um 15 mm (Autobahn) gesenkt, im Gelände um 30 mm erhöht werden. So liegt der SUV deutlich besser. Damit Unebenheiten nicht stressen, gibt es eine feine Luftfederung.

Auch sonst findet sich in der Top-Version alles, was das Luxus-Herz begehrt: Sitzheizung, dynamisch geregeltes Kurvenlicht, eine tolle Rückfahrkamera. Nebenbei öffnet sich die Heckklappe per Fernsteuerung.

Der Preis ist dabei durchaus angemessen. Die intelligente Klimaautomatik, welche ohne nervigen Zug die Frischluft verteilt; das Lenkrad, das in Höhe/Tiefe/Neigung verstellbar ist; das großzügig bemessene Touch-Screen-Display zeigen, dass das Geld bereits beim Basismodell gut investiert ist.
Im SUV-Bereich wandelt der RX300 mehr auf dem Pfad einer Nobel-Allrad-Limousine und präsentiert sich als interessante Alternative für jene, die den Luxus lieben. Die Frage ist, wie sehr sich der RX300 in Österreich gegen BMW X5 und Mercedes M-Klasse durchsetzen kann, wenn es nie einen Diesel geben wird. Attraktiv wird der RX300 ab Ende 2004. Dann kommt er als Hybrid (V6 plus zwei Elektromotoren) auf den Markt.

DATEN

Lexus RX300
Preis: von 52.060,80 Euro bis zu 66.259,20 Euro
Antrieb: Allrad
Motor: 3.0-V6-Benzin
5-Gang-Automatik
204 PS; 283 Nm bei 4500 U/min
Spitze: 200 km/h
Verbrauch: 12.2 Liter/100 km

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