Studie: Beamte verdienen im Schnitt um ein Viertel mehr

Beamte haben ein höheres Aktivgehalt als Angestellte. Das zeigt eine Studie der Statistik Austria.

WIEN (red.). Ein Einkommensvergleich der Statistik Austria zeigt, dass Beamte im Schnitt deutlich besser verdienen als Arbeiter und Angestellte der Privatwirtschaft. Ihre Bezüge sind im Durchschnitt um rund 26 Prozent höher. Das allerdings hängt auch mit der wesentlich höheren Dichte an Akademikern im öffentlichen Dienst zusammen.

Beamtinnen liegen sogar um 54 Prozent vor ihren Geschlechtsgenossinnen in der Privatwirtschaft. Wird nur mit den Angestellten (also ohne Arbeiter) verglichen, liegen Beamte beiderlei Geschlechts mir ihrem Gehalt noch immer um 15 Prozent darüber.

Staatsdiener haben ein Bruttojahreseinkommen von 34.495 Euro. Arbeiter und Angestellte kommen auf 27.233 Euro. Bei den Pensionen liegen die Bezüge um 108 Prozent über jenen im ASVG-Bereich.

Bei den Verhandlungen rund um die Pensionsharmonisierung, die auch am Freitag weiterliefen, zeichnet sich indessen ein Kompromiss ab: FPÖ, der VP-Arbeitnehmerbund und die Opposition hatten gefordert: "45 Jahre sind genug" (für einen vorzeitigen Pensionsantritt ohne Abschläge). Nun könnten dafür nur die echten Beitragsjahre herangezogen werden, also ohne Ersatzzeiten wie Wehrdienst, Karenz oder Arbeitslosigkeit. Möglich ist, dass davon auch einige Jahre Schwerarbeit geleistet werden müssen.

Bei der Pensionsversicherungsanstalt (für die ASVG-Versicherten) gingen im Jahr 2003 1770 Männer mit mehr als 540 echten Arbeitsmonaten in die - abgeschaffte - vorzeitige Alterspension aufgrund langer Versicherungsdauer. Von den Frauen hatten 1064 mehr als 40 Arbeitsjahre hinter sich.

Sozialforscher Bernd Marin kritisierte am Freitag den "45-Jahre-sind-genug-Populismus". Natürlich solle man früher in Pension gehen können - aber nur mit Abschlägen, meint er. Andere Experten halten es für möglich, dass die Ausnahme vor dem Verfassungsgerichtshof nicht halten würde.

Die ÖVP war am Freitag bemüht, den Eindruck einer Spaltung zu verwischen. Immerhin hatten am Donnerstag auch VP-Minister den einstimmigen ÖAAB-Beschluss mit der Forderung nach abschlagsfreier vorzeitiger Pension nach 45 Beitragsjahren unterstützt. Das war in der SPÖ prompt als parteiinterner "Flächenbrand" bezeichnet worden. Man habe die ursprünglich noch schärfere Formulierung abschwächen können, sagte Nationalratspräsident Khol zur "Presse".


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