Nächsten April wird es 15 Jahre her sein, seit Viktor Orbáns Partei Fidesz bei den Parlamentswahlen einen überwältigenden Triumph feierte, und Orbáns Rückkehr in das Amt des Ministerpräsidenten ermöglichte. Dieses hat er seither nicht verlassen. Zähneknirschend musste die ungarische Opposition, aber auch die klare Mehrheit der politischen Parteien Europas zur Kenntnis nehmen, dass seine Politik, die Ungarn als Insel der Seligen in einem Ozean vermeintlicher progressiver Zumutungen, Scheinheiligkeiten und Bedrohungen stilisiert (und dabei gern den „Immer auf uns arme kleine Ungarn“-Minderwertigkeitskomplex nicht vergisst), bei stabilen Mehrheiten im Volk ankommt.
Brüssel-Briefing
Der Anfang vom Ende für Viktor Orbán
Ungarn ist wirtschaftlich abgehängt. Wer etwas aus seinem Leben machen möchte, ohne sich der Fidesz zu unterwerfen, sucht das Weite. Da kann der Ministerpräsident noch so selbstsicher tönen: die EU-Statistiken zeigen, wie sehr sein Land abgesandelt ist.
Ein kleiner Moment europäischer Zeitgeschichte, am 9 Oktober im Straßburger Plenarsaal des Europaparlaments. Alain Rolland/Europäisches Parlament