"Unruhen im Kosovo: Österreich schickt Elitesoldaten", 20. März
Mit Verwunderung vernehme ich aus den Berichten der Medien von der Entscheidung des Verteidigungsministers, Truppen in den Kosovo zu versenden. Von meiner jahrzehntelangen Aufgabe im juridischen Lehr- und Forschungsbereich ist mir ein Argument bekannt - "Kein Geld vorhanden". Der geistes- und rechtswissenschaftliche Studienbereich wird "ausgehungert" - zum Soldatenspielen ist Geld vorhanden. Bravo, Herr Minister!
Univ.-Doz. Dr. Peter Pieler
1010 Wien
Der Wiener ÖVP steht Linksruck bevor"Aufgelegt" von Gerhard Bitzan, 22. März
Ihre ausgezeichnete Analyse in der "Presse" mag schon richtig sein. Der Wiener ÖVP steht unter Johannes Hahn ein Linksruck bevor. Dann werden eben die Zeiten endgültig vorbei sein, wo die ÖVP mit einem starken bürgerlichen Flügel noch Wahlen gewinnen konnte.
Dkfm. Walter Kyral
1230 Wien
Regierung: Vielfach Quantität statt QualitätFür Österreich und seinen Bundeskanzler ist es sehr ehrenvoll, mit dem Amt des Kommissionspräsidenten in Verbindung gebracht zu werden. Schließlich hat er mit seiner Regierung die tatsächlich dringende Lösung vieler Probleme unseres Staates, die er mit seiner Partei zum größten Teil mitverursacht hat, in Angriff genommen. Dabei hat er Durchschlagskraft und Lösungskompetenz bewiesen:
Die Reform der Krankenversicherung: Die Führungsspitze wurde unter Krämpfen ausgetauscht (umgefärbt), die Ambulanzgebühr eingeführt und wieder aufgehoben, für Angestellte und Beamte die Beiträge erhöht und die gut wirtschaftenden Landeskrankenkassen zu Gunsten der schlecht wirtschaftenden angezapft. Der Verfassungsgerichtshof ist leider dagegen. Aber es gibt Kommissionen zur weiteren Beratung . . .
Die Reform der Pensionsversicherung: Die ASVG-Versicherten wurden gerupft, ein System, bei dem alle (auch z. B. die Politiker, Beamte usw.) gleich behandelt werden, steht in den Sternen. Aber es gibt einen Runden Tisch . . .
ÖBB-Reform: Nach großen Worten und einem Streik wurde das Problem den Betroffenen zur Lösung übergeben. Die haben es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelöst, jetzt können sie es auf einmal?
Hochschulreform: Wir haben jetzt möglichst in jeder Stadt eine Fachhochschule für bestimmte Spezialgebiete. Ein Teil davon ist sicher sinnvoll, ein nicht unbeträchtlicher aber orientiert sich an momentanen, kurzfristigen Bedarfsmeldungen der Wirtschaft. Die Fachhochschulen sind schnell gewachsen, kaum kontrolliert und bilden gemeinsam mit Privatuniversitäten einen kaum überschaubaren Wildwuchs. Auch hier vielfach: Quantität statt Qualität.
Was geschieht an den Universitäten: Sie wurden in die Selbstständigkeit entlassen/gestoßen. Je nach Umfeld und Vernunft entwickeln sich die hohen Schulen behutsam und vernünftig, oder Streit und Chaos brechen aus (Rektoratsbesetzungen, Redeverbote, Entlassungsdrohungen). Die zuständige Ministerin hält sich vornehm zurück, die Unis sind jetzt selbstständig. Ob das den Studenten und deren Qualität hilft?
Hannes Lehar
6112 Wattens
Traurige Aussichten für eine lebenswerte ZukunftHätte sich der Staat so pedantisch um die Wirtschaftsführung der Estag gesorgt, wie sich Manager ihre Verträge absichern, wären alle zufrieden. Politiker könnten auf anständige und gerechte Arbeit verweisen, Strom wäre billiger, sogar die Manager müssten nicht am Hungertuch nagen und wären wahrscheinlich glücklicher.
Aber im Gegenteil wurde auch der Aufdecker gefeuert, womit dem Missbrauch weitere Türen geöffnet wurden. In der Natur werden für das Klima lebenswichtige Sümpfe trockengelegt, in der Politik und Wirtschaft dagegen gezüchtet. Traurige Aussichten für eine lebenswerte Zukunft.
Karl Blumauer
8670 Krieglach
Treffende TV-Kritik"Der beste Moderator des deutschen Sprachraums", 15. März
Mit außerordentlicher Freude habe ich die oben genannte Kritik ihres Redakteurs Rainer Nowak gelesen, die treffender nicht hätte sein können. Endlich einmal eine gewichtige Stimme, die klar zum Ausdruck bringt, welche großartiges Format der Fernsehmoderator Günther Jauch aufweist.
Der Unterschied zur ORF-Millionenshow mit Armin Assinger ist mit dem Landesligavergleich noch sehr dezent gewählt.
Oberschulrat Kurt Byma
Hauptschuldirektor i. R.
8344 Bad Gleichenberg
Zapatero und der Umbau der JustizSehr interessant der Bericht ihres Korrespondenten Nikolaus Nowak ("Mit Zapatero zieht der Frühling ein", 18. März) über den Umsturz in Spanien. Zu ergänzen wäre wohl noch: Der Name des Wahlsiegers "Zapatero" soll zweifellos an den Mexikaner Zapata erinnern. Der war revolutionärer Anarchist, heute würde man sagen "Terrorist".
Dazu passt gut, dass laut ihrem Bericht sofort mit dem Umbau der Justiz in Sinne der Linken begonnen wird und dass die Beziehungen zu Südamerika mit seinen vielen linken Aufständischen verstärkt werden sollen.
Herbert Bauer
2542 Kottingbrunn