Durch Ausstellungen Spazieren: Monetäre Spurensuche

W
enn es erlaubt wäre, dann würden wohl - so wie in der Vorgeschichte - auch heute Autos in den Gräbern der ehemaligen Besitzer landen. Denn vierrädrige Vehikel haben offenbar schon immer einen Kult-Status besessen, wie man sich in der faszinierenden Ausstellung "Wegzeiten - Archäologie im Straßenbau" in der Kartause Mauerbach überzeugen kann. Eines der Prunkstücke der vom Bundesdenkmalamt und der niederösterreichischen Straßenverwaltung gestalteten Schau ist die Rekonstruktion eines kultischen Grab-Wagens, wie er in vielen spätbronzezeitlichen Gräbern gefunden wurde. Sehr interessant ist auch die Dokumentation jener Funde, die in den vergangenen Jahren im Zuge von Straßenbauvorhaben ausgegraben wurden.

Dass das wichtigste Arbeitsgerät sowohl von Straßenbauern wie von Archäologen, der Spaten, auch etwas mit Geld zu tun hat, dürfte Nicht-Numismatiker etwas überraschen. Aber wie man derzeit in "Geld aus China" im Wiener Kunsthistorischen Museum erfahren kann, zählten im Fernen Osten "Spatenmünzen" zu den ersten Geldformen. Gleichzeitig erblickten in Nordchina auch Münzen in Messerform das Licht der Welt - und erst später setzte sich die heute gebräuchliche runde Form durch. Stets hatten diese Münzen ein Loch, um auf Fäden zu Geldschnüren zusammengebunden werden zu können. Geldscheine - in China schon ab dem 10. Jahrhundert in Gebrauch - hatten denn auch den Nennwert von Münzschnüren.

So manches mit der Geldwirtschaft hat auch die Geschichte der Wiener jüdischen Gemeinde zu tun. Einen intensiven Spaziergang zu den Stätten dieser aus der Entwicklung Österreichs nicht wegzudenkenden Bevölkerungsgruppe kann man mit Hilfe des neuen Führers "Jüdisches Wien" (Mandelbaum Verlag) unternehmen. Zum Beispiel zum Wohnhaus des mittelalterlichen Hof-Financiers David Steuss (Tuchlauben 19) - das sich außerhalb der Judenstadt befand. Die Autoren merken an, dass die mittelalterliche Judenstadt "fälschlicherweise" immer als "Getto" bezeichnet werde.

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