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ie Fußballfreunde unter den ORF-Zuschauern haben seit Samstag ein neues Objekt der Begierde: Das Analysegerät des Herbert Pro haska.
Bevor das neue Superding in der Halbzeitpause des Eröffnungsspiels der Fußball-Europameisterschaft dem staunenden Fernsehpublikum vorgestellt wurde, hatte es Moderator Rainer Pariasek mehrmals mit diebischer Vorfreude angekündigt. Als sei das "Analysegerät" die größte Errungenschaft in der Geschichte der TV-Sportübertragungen seit Einführung der Zeitlupe.
Das Analysegerät entpuppte sich schließlich als Fernseher zum Anmalen. Folglich bearbeitete Schneckerl Prohaska mit einem Stift das Standbild und versuchte bildlich zu erklären, was sprachlich bisher nicht zu erklären gelang. Eifrig ringelte er Spieler ein, zeichnete Pfeile, drückte Tasten. Und das Ding zeigte Wirkung: Vom männlichen Spieltrieb völlig paralysiert wurde Herbert Prohaskas früher oft etwas steifer Kommentar plötzlich immer lockerer. Fazit: Gebt dem Schneckerl etwas zum Spielen und er wird besser kommentieren. Freilich braucht es dazu kein peinliches "Analysegerät". Ein Ball tut's auch. Bin sicher, Prohaska kommentiert gaberlnd besser als Seeger, Huber und Co.
Apropos ORF und Sport: Natürlich wurde am Sonntag nicht das Fußballspiel Schweiz gegen Kroatien, sondern der Formel 1-Grand Prix übertragen. Angeblich, weil der ORF die langweiligen Autorennen, bei denen immer derselbe gewinnt, aus vertraglichen Gründen übertragen muss.
Am Sonntag haben die ORF-Fußballzuschauer nur ein 0 : 0 versäumt. Aber was passiert kommenden Sonntag? Da könnte der Grand Prix in den USA mit dem Schlagerspiel Spanien gegen Portugal kollidieren.