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ätte man Flugangst und wäre zu allem Überfluss auch noch Atheist, könnte schon ein eineinhalb Stunden Charterflug in einer nagelneuen Boeing zum existenziellen Problem werden. Den Blick starr auf das Treiben des Bordpersonals gerichtet (Tun die eh, was sie immer tun?), angestrengt auf jede akustische Nuance des Triebwerks lauschend ginge man in sich und fände dort . . . NICHTS.
Um dieses unerfreuliche Szenario verlässlich zu vermeiden, bleiben zwei Möglichkeiten: Man findet a) zum Glauben zurück und/oder b) bleibt (bis dahin) am Boden. Herumkommen kann man auch anders. Wozu gibt es Flucht-Literatur.
Wer sich bisher (ob aus grundsätzlicher Bastei-Lübbe-Aversion heraus oder dem Wunsch, originell zu sein, nachgebend) davon abhalten ließ, den Bestsellerlisten zu folgen, dem sei hier noch einmal nachdrücklich Dan Browns Vatikan-Thriller Illuminati ans Herz gelegt. Sprachlich etwas flach zwar, aber spannend bis zur letzten Seite. Und (für alle Nichtflieger) mit einer spektakulären Flugnummer. Sie werden Augen machen!
Garantiert Jet-frei und was die Spannung angeht das glatte Gegenteil von obigem Thriller ist Frühling, Sommer, Herbst, Winter und . . . Frühling des südkoreanischen Regisseurs Kim Ki-duk. Aus dieser Parabel über den Lebenskreis lassen sich zahllose Erkenntnisse gewinnen. Unter anderem auch, wie sich ein Kind entwickelt, wenn es so ganz ohne Fernseher aufwächst.
Besser als die gefürchteten Flugmenüs schmeckt immer noch Suppe. Bevor die Kürbiszeit samt Halloween mit voller Wucht über uns hereinbricht, sollte man noch alles andere verkochen. Also her mit ein paar Zucchini, schälen, in Stücke schneiden. Zwiebel zerkleinern, anrösten, dann die Zucchini dazugeben und mit Gemüsebrühe aufgießen. Passieren und mit ein wenig Schlagobers verfeinern. Sie werden darauf fliegen.
Und wer sich jetzt noch nach oben traut, sei gewarnt: Vor allem das Runterkommen ist hart.