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ußball ist ja die Weiterentwicklung der griechischen Tragödie. Du ahnst, dass es schlecht ausgeht, aber du glaubst fest an das Wunder, bringst den (Fußball)-Göttern Opfer dar und sitzt am Schluss völlig fertig auf einer Tribüne in Mattersburg. Es ist alles so traurig.
Wie kann ich wieder fröhlich sein? Mit "Wein & Kabarett"? Das gibts am Mittwoch im Spektakel. Walter Seidl und Florian Adamski machen Kleinkunst zum Anstoßen. Das ist sicher lustig, da kann ich mein trostloses Austrianer-Dasein sicher ein paar Stunden vergessen oder zumindest hinunterspülen.
Oder ich geh in die Kulisse, dort spielen am Dienstag und Mittwoch "Die Echten". A cappella mit Witz. Ohrwürmer toll interpretiert und mit sensationell komischen Texten arrangiert. Ab heute, Montag, gibts die "Echten" übrigens auch erstmals auf Konserve. Sprich: Auf CD.
Es ist aber irgendwie trotzdem alles so traurig. Weil man nicht davon loskommt. Wär die Austria meine Freundin, ich würd sie betrügen. Sogar mit der Admira. Wär sie eine Partei, ich würd sie abwählen, ungeniert. Aber einen Fußballverein? Dem ist man ausgeliefert ein Leben lang. Der verfolgt einen, obwohl die Zeiten längst vorbei sind, in denen man das Jahr in drei Teile zerlegt hat. In Fußball, Ski fahren und fad. Es ist alles so traurig.
Und ausgerechnet in Mattersburg. Die können doch so vieles so gut im Burgenland. Wein machen: super. Kochen: super. Von 18. bis 20. Mai sind sie sogar in Wien Am Hof bei der Feuerwehrzentrale und präsentieren ihre großartigen kulinarischen Leistungen. Aber Fußballspielen war doch bisher nicht wirklich ihre Spezialität. Es ist alles - eh schon wissen.
Für Donnerstag hätt ich noch zwei Karten fürs Horrstadion. Ab 17.30 Uhr. Austria gegen Kärnten. Pflichtsieg - für die Kärntner, weil wenn's nicht gewinnen, steigen sie ab. Oder ich geh wirklich fremd. Geh zur Admira. Die spielt zur selben Zeit in der Südstadt gegen den - wie soll ich sagen - Meister GAK.