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er la Settima Semana. Unter diesem Übertitel versteckt sich ein wesentlicher Teil der abendländischen Musiktradition - nämlich jene Klänge und Gesänge, die praktisch alle Komponisten für die Karwoche geschrieben haben. Ein zentrales Element dabei ist das "Stabat Mater", jene Hymne, die die Leiden der Gottesmutter Maria unter dem Kreuz besingt. Unnachahmlich ist freilich Pergolesis Version, am besten in der klassischen Aufnahme mit René Jacobs und einem Knabensopran (harmonia mundi). Eine interessante Variante sendet heute um 19.30 Uhr das Kulturradio Ö1: die des Italienischen Barockkomponisten Agostino Steffani, der den Großteil seines Lebens in Deutschland verbracht hat.
Tragische Klänge bietet auch das Spezialfestival für Passionsmusik, der Wiener Osterklang. Um 19.30 gibt es im Wiener Konzerthaus Modest Mussorgskys "Lieder und Tänze des Todes" zu hören, die der russische Komponist wenige Jahre vor seinem eigenen Tod begonnen hat. Düster wie kaum ein anderes Werk schildert es den Sieg des Todes über das Leben.
"Kreuz & Quer" hat um 23.05 Uhr (ORF2) die kontroverse Gestalt des "Jesus-Verräters" Judas Iskariot, der mit seiner Schuld nicht klar gekommen ist, zum Thema. Der wahre Sachverhalt lässt sich klarerweise nicht rekonstruieren, doch allein schon die Rezeption in Kunst und Literatur ist ein spannendes Feld. Man denke nur an Nikos Kazantzakis "Letzte Versuchung", in der Jesus dem Judas den Auftrag zum Verrat gibt, damit sich die Schrift erfülle.
Viel zu betrauern gibt es im Christentum freilich nicht nur in der Karwoche, sondern auch in der Kirchengeschichte. Der nimmermüde Kritiker Karlheinz Deschner hat nun den achten Band seiner "Kriminalgeschichte des Christentums" vorgelegt - mit den berüchtigten Renaissance-Päpsten im Mittelpunkt. Interessant ist, dass Deschner den berüchtigten Borgia-Papst Alexander VI. recht ungeschoren davonkommen lässt. Er findet sogar lobende Worte für ihn: Als Familienvater sei er der Fürsorgendste aller Kirchenoberhäupter gewesen.