K
ollegin Friederike Leibl hat ein Problem mit meinem Reisfleisch. "Ob das nicht etwas zu pikant ist für eine Weinverkostung? Ob da nicht der Paprika stört?", meint sie. Sie sagt, zu einer Weinkost passt Nussbrot oder Weißbrot. Vielleicht Käse. Und das mit Fragezeichen. Mit Fragezeichen!
Ich sage: "Wer Grünen Veltliner nicht zu Reisfleisch verkosten kann, der kann es auch nicht ohne Reisfleisch." Was nicht heißen soll, dass man Grünen Veltliner nicht ohne Reisfleisch verkosten kann. Nur um keine Missverständnisse zu vermeiden.
Aber vorerst geht's ohnehin um den Steirischen Wein. Morgen findet im Palais Ferstel ab 18 Uhr die Jahrgangspräsentation statt. Für Liebhaber von Sauvignon blanc, Welschriesling oder Traminer ist das natürlich ein Muss. Besonders gespannt darf man heuer auf die Schilcher-Weine sein. Der Jahrgang 2003 gilt als einer der besten seit langem.
Apropos Weinkost: Dabei geht es in erster Linie darum, die originellsten und abstraktesten Wort-Kreationen zu erfinden. Mein Patentrezept: "Der Wein ist sehr mineralisch mit massiver Textur, ist am Gaumen sehr vielschichtig und trotzdem leichtfüßig." Mit diesem Spruch kommen Sie überall durch. Mit oder ohne Reisfleisch. Es soll aber auch schon vorgekommen sein, das Leute bei einer Verkostung gemeint haben: "Schmeckt mir." Oder: "Schmeckt mir sehr gut." Ist natürlich vom sprachlichen nicht ganz so elegant, trifft aber den Kern der Sache.
Zurück in die Praxis: Übermorgen zeigen sich die Weinviertler-DAC-Winzer ab 17 Uhr im Bregenzer Festspielhaus. Ebenfalls dem Grünen Veltliner widmen sich die Weintage im Wiener Museumsquartier. Donnerstag von 14 bis 21 Uhr.
Wer sich eher im kleineren Kreis dem Weine nähern möchte, der besucht am Donnerstag ab 19 Uhr die Vinothek Vinoe in der Wiener Josefstadt. Gegen Voranmeldung werden hier regelmäßig interessante Weinverkostungen angeboten. Diesmal lautet das Thema: "Weißburgunder - eine zu Unrecht vergessene Sorte".