Steine Und Musik: Kultur unter dem Grün

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kropolis adieu! Griechenland kann war ten. Mit einer unterirdischen Akropolis kann schließlich auch die Steiermark aufwarten." Ein bisserl übertrieben ist das schon. Aber was die beiden Autoren Andreas Bichl und Brigitte Reisinger in ihrem neuen Buch "Archäologie erleben in der Steiermark" (Steirische Verlagsgesellschaft) beschreiben, ist schon imposant: Am Königsberg bei Tieschen in der Südoststeiermark befinden sich die Überreste einer Urnenfeld-zeitlichen (3000 Jahre alten) "Stadt" mit ursprünglich gewaltigen Ausmaßen. Erforscht ist davon bisher wenig - aber umso faszinierender ist das erhaltene Hügelgräberfeld in unmittelbarer Nachbarschaft (Grössing): Unter lichtem Laubwald wölben sich seit 1800 Jahren 51 Grabhügel.

Wie wichtig und belebt die Steiermark seinerzeit war, zeigt die Steirische Landesausstellung "Die Römer" in und um Leibnitz. Aufgeteilt auf drei Standorte (plus drei weiteren Ausstellungen in Slowenien) wird die Bedeutung der antiken Hauptstadt Flavia Solva gezeigt. Dazu hat Ortwin Hesch einen beachtenswerten Führer durch die römische Steiermark vorgelegt: In "Wanderwege in die Antike" (Styria) hat der Archäologe einen Spazierweg mit 16 Stationen zusammengestellt, die die gesamte "alte" Geschichte der Region Leibnitz umfassen.

Aber nicht nur mit alten Steinen kann die "grüne Mark" punkten. Auch musikalisch ist die Steiermark aktiv wie kaum je zuvor. Highlight des Monats: die neue CD des bosnischen Wahl-Grazers Sandy Lopicic. "Balkea" ist noch besser geraten als der fulminante Erstling "Border Confusion". Neben den zündenderen Arrangements ist dafür sicher die Mitarbeit des fulminanten bulgarischen Akkordeonisten Martin Lubenov verantwortlich.

Wie sehr die Vorarbeit der Grazer Gebrüder Muthspiel in Sachen "modern Jazz" gefruchtet hat, zeigt die neue CD des Ensembles "beefólk". Auf dieser hochspannenden Platte namens "place dramatique" zeigen sie, dass es auch in Österreich abseits des ewig gleichen Jazz-Mainstream musikalisches Leben gibt.

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