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u den interessantesten, beeindruckends ten, bedrückendsten Stücken im Wiener Naturhistorischen Museum zählen wohl jene sieben Skelette, die vor 28 Jahren im Weinviertler Ort Stillfried gefunden wurden: sieben lebend-bestattete Menschen aus der Urnenfeld-Kultur (im ersten vorchristlichen Jahrtausend) - von denen sich ein Kind an seine Mutter klammert. Diesen weltberühmten Fund hat nun der Wiener Autor Thomas Wollinger in seinem Roman-Erstling aufgegriffen. Er entwickelt daraus eine die Jahrtausende übergreifende Geschichte einer jungen "Archäologin" (btb-Verlag), die mit der Welt hadert. Eine interessante und lehrreiche Geschichte.
Im Zentrum der niederösterreichischen Archäologie, im Museum für Urgeschichte in Asparn a. d. Zaya, findet derzeit eine Weltpremiere statt: In der Ausstellung "Die Illyrer" werden bislang unbekannte Funde aus Albanien gezeigt, die gut 2500 Jahre auf dem Buckel haben. Besonders interessant: Die Beziehungen der eisenzeitlichen Illyrer mit den vergleichsweise hoch entwickelten benachbarten Griechen, dargestellt anhand von Funden aus den beiden griechischen Kolonien im heutigen Albanien, Epidamnos (heute: Durrës) und Apollonia.
Eine Art Archäologie der Mythen zeigt das Wien Museum in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten). Unter dem Titel "Magische Orte - Wiener Mythen und Sagen" werden die Überreste der das frühere Geistesleben dominierenden Mythen gezeigt: vor allem in Form von Fundgegenständen, etwa vom Stephansdom, aber auch durch Nacherzählungen von fast vergessenen Wiener Sagen. Beeindruckend sind vor allem die Hauszeichen - von denen noch mehr bestehen, als man glauben sollte.
Auf eine Spurensuche der Drachentöter - vom babylonischen Sonnengott Marduk über den Heiligen Georg bis zu George W. Bush - hat sich die Schweizer Psychotherapeutin Carola Meier-Seethaler begeben. In ihrem Buch "Das Gute und das Böse" (Kreuz Verlag) verfolgt sie - kenntnisreich und tiefgründig - die historische Macht des Mythos.