Geschichte Und Zeitgeschichte: Hitzige Beamten-Flut

I
n Österreich ist nichts zu banal, um nicht geregelt werden zu müssen" - und so ist es hierzulande nicht einfach, mit Krisen fertig zu werden: War es in den 70er Jahren die "Die große Hitze", in der Jörg Mauthe den Legationsrat Dr. Tuzzi als Beamten-Wunderwuzzi antreten ließ, so lässt nun der Ex-Pressesprecher des Bundespräsidenten, Hans Magenschab, den zum Kabinettsdirektor aufgestiegenen Tuzzi gegen "Die große Flut" (NÖ Pressehaus) antreten. Ein direkter Vergleich zwischen den beiden Tuzzis ist sicher nicht möglich - dafür war der zu früh verstorbene Mauthe ein zu großes Sprachgenie. Aber ein Vergnügen ist es doch, in der neuen Satire auf Österreich und die handelnden Politiker zu schmökern.

Dass Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit stehen, Romane schreiben, scheint derzeit in der Luft zu liegen. Der Arbeitsrechtler und Pensionsreformer Theodor Tomandl hat kürzlich eine Kriminalgeschichte mit dem schlichten Titel "Mord am Wiener Kongress" (Molden) vorgelegt, in der auch ein Mensch mit altehrwürdigem Titel, nämlich der "Oberkommissär" Leopold Kasbauer tätig wird. Die Ermordung eines russischen Delegierten ist zwar rein fiktiv, das Österreichbild aber keineswegs - und eine gewisse Persistenz des gezeichneten Weltbildes kann man nicht leugnen.

Ein neues Buch zum Hören gibt es heute um 18.25 Uhr in Ö1 im Journal-Panorama. Die deutschen Journalisten Susanne Fischer und Christoph Reuther beschreiben in "Café Bagdad" (Bertelsmann), wie das Leben im gewaltumtobten Irak wirklich ist. Etwas später, um 21 Uhr, entführt das Salzburger Nachtstudio in die Soziologie der USA - die auch nicht viel weniger Widersprüche zu bieten hat als der Irak.

Wen die Kunst der Worte weniger anspricht, dem seien heute zwei musikalische Events empfohlen: Im Birdland (1., Landstraßer Hauptstr. 2) spielt um 21 Uhr im Rahmen des Festivals Salam-Orient der syrische Oud-Virtuose Haig Yazdjian auf. Und im Musikverein gibt René Clemencic um 19.30 Uhr frankoflämische Renaissance-Motetten zum Besten.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.